Artania | Kurztrip nach Schweden 2015

Artania in Göteborg

Artania in Göteborg

So intensiv haben wir selten ein „Brückentags-Wochenende“ genutzt. Der Feiertag Fronleichnam verhalf uns in Verbindung mit einem Urlaubstag zu einem langen Wochenende, von Donnerstag bis Sonntag. Und genau an diesem Wochenende wurde die MS Artania für zwei Ostseekreuzfahrten von Bremerhaven nach Kiel verlegt. Diese Repositionierung hätte man zwar auch innerhalb eines Tages und einer Nacht durchziehen können, aufgrund des Feiertags erweiterte der Veranstalter Phoenix Reisen die Tour noch um einen Stopp im schwedischen Göteborg und machte die Überführungsfahrt so zu einem genau in das Ausflugs-Wochenende passenden „Schnupper- und Partytörn“. Viel Gepäck war zwar nicht mitzunehmen, da wir aber feiertagsbedingt mit übervollen Zügen rechneten, beauftragten wir den Gepäckservice TEfra mit dem Transport unseres Koffers: Abholung an der Haustür, Lieferung direkt in unsere Kabine auf der Artania. Zwei Tage vor der Reise wurde der Koffer pünktlich zur vereinbarten Zeit abgeholt.
So bestiegen wir also mit kleinem Handgepäck am Fronleichnamstag noch vor 6 Uhr den Regionalexpress von Konstanz nach Baden-Baden, von wo es über Frankfurt, Hannover und Bremen nach Bremerhaven ging. Direkt vor dem Hauptbahnhof wartete dort der Shuttlebus zum Columbus Cruise Center. Nach dem zügigen Check In waren wir gegen 16 Uhr nach 10stündiger Anreise endlich in unserer Kabine. Die Kabine 6212 ist eine Superior-Balkonkabine mit „Silber-Service“. Sie befindet sich backbord auf dem Apollo-Deck im Vorderschiff der Artania. Ein erster Eindruck: Die Kabine sehr sauber, ein Wand-Klappbett, ein zum Bett umbaubares Sofa, Schreibtisch, Schränke, Tisch, Stuhl. Das Bad wurde bei der umfangreichen Renovierung der Artania im vergangenen Herbst runderneuert: die Badewanne wurde durch eine geräumige Dusche ersetzt. Große Spiegelflächen und die trendige Holzverkleidung sorgen für ein modernes Wohlfühl-Ambiente. Eine Flasche Sekt erwartete uns als Willkommensgruß. Die ließen wir aber erst einmal unbeachtet, es blieb ja nicht mehr viel Zeit bis zur Rettungsübung, und danach wollten wir das Auslaufen an Deck beobachten. Aber so schnell ging es dann doch nicht: Statt der Ankündigung der Rettungsübung die Durchsage, dass sich die Abfahrt um mindestens eine Stunde verzögern wird, da viele Gäste noch fehlten. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens steckten etliche Busse noch in den Staus rund um Bremerhaven fest. Auch die Rettungsübung wurde daher um eine Stunde verschoben. Gewonnene Zeit für uns und damit die Möglichkeit zu einer ersten Runde über das Schiff. Die Innenbereiche hoben wir uns für später auf, wir bummelten zunächst über das Sonnendeck und das Lido-Deck, bis wir zum wunderschön angelegten Heck der Artania mit der Phoenix-Bar gelangten. Dort saßen wir herrlich in der Sonne, genossen die dort angebotene Erdbeerbowle bei Lounge- und Disco-Musik.

Dann endlich die Rettungsübung: Unsere Musterstation war die Atlantik-Show-Lounge auf Deck 3. Dort wurde erst einmal das Anlegen der Schwimmwesten demonstriert, anschließend waren die Passagiere selbst dran, unter Aufsicht der aufmerksamen Crew-Mitglieder. Schließlich ging es im Gänsemarsch auf die Rundum-Promenade des Saturn-Decks bis vor die jeweiligen Rettungsboote. Nachdem Kapitän Arne Ernsten die Reihen der angetretenen Passagiere abgeschritten hatte, war die Rettungsübung beendet. Schnell die Rettungswesten zurück in die Kabine gebracht, und schon standen wir auf dem Sonnendeck, oberhalb der Brücken-Nock. Dort konnten wir erneut Kapitän Ernstsen beobachten, nun endlich beim langerwarteten Auslaufen.

Das erste Abendessen an Bord nahmen wir im Restaurant Vier Jahreszeiten auf Deck 2 ein. Es gab Erbsenschaumsuppe, Lachs und Rindersteak, und abschließend Käsevariationen. Wie die meisten Passagiere nahmen wir vom Tischwein, denn der war, wie auch Wasser und Bier, auf dieser Kreuzfahrt inklusive. Immer wieder genossen wir durch die großen Fenster den Blick auf die spiegelglatte Nordsee. Bereits hier, auf Höhe der deutschen Inseln, blieb es viel länger hell als bei uns in Süddeutschland. Der Abend war dann aber dennoch kurz, denn die Anreise hatte uns doch ganz schön geschlaucht. Wir warfen noch einen kurzen Blick in die Boutique, nahmen uns vor, anderntags wieder zu kommen und schauten dann noch kurz in der Atlantik Show Lounge bei der Begrüßungsshow vorbei. Bei diesem „Schnupper- und Party-Törn“ waren unter anderem Schlagersänger Frank Lars und die Udo-Jürgens-Coverband „Sahnemixx“ dabei. Die stellten sich gerade gemeinsam mit den anderen Künstlern dem geneigten Publikum vor. Wir aber zogen weiter in die Bodega Bar, die an diesem wie auch den folgenden Abenden zur „Hafenklause“ umdeklariert worden war, und probierten da zu einem Bier leckere Gulaschsuppe, Currywurst, und Shrimps. In unserer Kabine hatte Cabin-Stewardess „Girlie“ inzwischen die Betten vorbereitet, wir schliefen schnell ein.
Nach einer absolut ruhigen Nacht, mit kaum merkbaren Schiffsbewegungen bei einer Seestärke von 2 bis 3, wachten wir erholt auf und gingen erst einmal ins Restaurant Vier Jahreszeiten zum Frühstück. Wir fanden sofort einen Tisch am großen Fenster, mit herrlichem Blick auf die kaum bewegte Nordsee. Das Frühstücksbuffet war das umfangreichste, das wir bisher auf See erlebt haben. Eierspeisen wie Spiegelei oder Omelette wurden auf Anforderung zubereitet, daneben gab es noch eine Spezial-Karte, aus der wir Lachs-Tatar und Eier Florentine bestellten. Das Glas Sekt dazu brachte der freundliche Kellner direkt „auf Verdacht“ mit. Nach dem Frühstück war es schon Zeit für einen Besuch auf Deck 8, denn in der dortigen Kopernikus Bar beziehungsweise rund um die Poollandschaft hatte Kapitän Ernstsen zum „Maritimen Frühschoppen“ geladen. Einen Kapitänsempfang gab es auf dieser Reise nicht, Anzug und Krawatte blieben im Koffer. Daher war diese gut besuchte Veranstaltung die einzige Gelegenheit, den Kapitän persönlich kennen zu lernen. Er stand auch geduldig für Auskünfte und kurze Wortwechsel zur Verfügung. Neben dem Kapitän traf man dann auch die „aus dem Fernsehen bekannten“ Personen: Reiseleiter Bernd, Hoteldirektor Appenzeller, den stellvertretenden Kreuzfahrtdirektor Jörn Hofer sowie natürlich Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka mit seiner Assistentin Kim. Viele Schnuppertörn-Fahrer hatten natürlich auf den aus der TV-Serie „Verrückt nach Meer“ bekannten Sympathieträger Kapitän Morten Hansen gehofft. Der hatte sich aber wenige Tage zuvor in den wohlverdienten Urlaub verabschiedet. Aber wie gesagt, der amtierende Kapitän Arne Ernstsen war aus unserer Sicht ein mindestens gleichwertiger Ersatz und präsentierte sich hier als Kapitän „zum Anfassen“. Fürs leibliche Wohl gab es maritime Salate, Lachs, Shrimps und Paella, dazu Sekt und später noch einen Klaren obendrauf. Musikalische Unterhaltung kam von den Bord-DJs und Schlagerstar Frank Lars. Eine kurzweilige Veranstaltung bei bestem Wetter, westlich von Dänemark mitten im Skagerrak. Hier verweilten wir, bis es schon wieder Zeit für das Mittagessen war.
Also erneut hinunter auf Deck 2 ins Restaurant Vier Jahreszeiten, diesmal zu Kürbis-Papaya-Salat mit Palmenherzen, Kabeljau mit Kartoffelsalat und Tiramisu mit Granatapfel-Sauce. Nach dem Mittagessen bummelten wir durch und über das Schiff, legten einen längeren Aufenthalt in der Boutique ein, und ruhten ein wenig in der Kabine, mit offener Balkontüre und leisem Meeresrauschen. Am späten Nachmittag tranken wir einen leckeren Cocktail in Harry’s Bar, dem zentralen Treffpunkt auf der Artania. An der Rezeption erstand ich das Artania-Kochbuch. Zukünftig kann es also auch Zuhause Ananas-Curry, Thunfischsalat und Tandoori Chicken ala Artania geben. Und wieder Essen: Im Restaurant Vier Jahreszeiten, in dem wir uns sehr wohl fühlten, genossen wir Matjestatar,  Philippinische Hühnersuppe, Spargel aus der Lüneburger Heide und“Rote Grütze Deluxe“. Anschließend ging es in die Atlantik Lounge. Dort lieferte die Udo Jürgens Coverband „Sahnemixx“ ein zwar kurzes, aber fulminantes Konzert ab, und brachte mit Hits wie „Griechischer Wein“, „Ich war noch niemals in New York“ oder „Es wird Nacht, Senorita“ das Publikum in Feierstimmung. Deshalb ging die Party danach auch oben auf Deck 9, in der Pazifik Lounge, weiter. Bis in die frühen Morgenstunden wurde getrunken und zu Flower Power Oldies getanzt. Das war nun tatsächlich der Tanz- und Partytörn.
So hatte der eine oder andere Gast am nächsten Morgen noch zu leiden. Unbeirrt hatte die Artania ihren Kurs auf Göteborg beibehalten, wo wir noch vor dem Frühstück anlegten. Wir ließen uns Zeit und denjenigen, die einen Ausflug gebucht hatten, den Vortritt. Das Wetter hatte sich verschlechtert; es war regnerisch, und dazu war auch noch schwedischer Nationalfeiertag, an dem viele Geschäfte geschlossen hatten. Wir verzichteten daher auf die Fahrt hinein nach Göteborg, und gingen nur für einen Spaziergang an Land. Unweit der Anlegestelle befand sich ein kleiner Leuchtturm, umgeben von einer Grünanlage. Dorthin spazierten wir, machten unterwegs ein paar Fotos von der Artania und kehrten dann, bereits wieder hungrig, auf das Schiff zurück. Mit Mangococktail, Bohnensalat, Putenfrikassee und einem Eisbecher „Helgoland“ stärkten wir uns für die Kabinenbesichtigungen. Es war nämlich, wie wir dem Tagesprogramm entnommen hatten, „Tag der offenen Kabinentüren“. Etwa 10 Kabinen, von der günstigsten Außenkabine auf Deck 2, bis zur Royal Suite auf Deck 8 konnten besichtigt werden. Anhand des Deckplans marschierten wir so von Kabine zu Kabine und erhielten einen Überblick über die verschiedenen Unterkünfte auf der Artania, sahen bereits renovierte, aber auch noch renovierungsbedürftige Kabinen.
Vor dem Abendessen waren noch einige Dinge zu erledigen: Der Koffer musste schon wieder gepackt werden und wir mussten an der Rezeption spezielle Gepäckanhänger für unseren Lieferservice TEfra holen. Der Koffer sollte uns zwei Tage später nach Hause zugestellt werden, was dann auch so problemlos wie bei der Hinreise funktioniert hat. Dann kaufte ich an der Rezeption noch Lose, um die „von der Crew künstlerisch gestaltete Seekarte dieser Reise“, die dort auch ausgestellt war, zu gewinnen. Das klappte zwar nicht, die kleine Investition habe ich aber gerne getätigt, schließlich kommt der Erlös der Verlosung dem „Crew Welfare Funds“ zugute.  Und dann saßen wir auch schon beim letzten Abendessen dieser Reise, und ließen uns Rindercarpaccio, Heilbutt und Riesengarnele, und Erdbeereis mit Rhabarber schmecken.
Am späten Abend zogen wir ein Fazit. Die Artania hat uns sehr gut gefallen. Bei der nächsten großen Renovierung werden weitere Kabinen runderneuert, was das Schiff noch attraktiver erscheinen lassen wird. Der deutschsprachige Service, die Küche, das Personal machten auf uns und wohl auch auf viele andere Gäste, die das erste Mal mit Phoenix unterwegs waren oder gar die erste Kreuzfahrt überhaupt unternahmen, einen kompetenten und professionellen Eindruck. Wir werden zwar auch weiterhin gerne auf italienischen oder US-amerikanischen Schiffen unterwegs sein, werden aber bei Gelegenheit gerne auch einmal eine längere Reise mit der Artania unternehmen. Wir konnten ja in der Kürze der Zeit gar nicht alle Ecken des Schiffs kennenlernen, und schon gar nicht die zahlreichen angebotenen Leistungen wie beispielsweise Wellness-Anwendungen ausprobieren.
Am frühen Morgen erreichten wir Kiel, eine Stunde früher als im Reiseprogramm angekündigt. Begleitet von sachkundigen Kommentaren des stellvertretenden Kreuzfahrtdirektors Jörn Hofer durchkreuzten wir die Kieler Förde, bis Kapitän Arne Erntsen die Artania schließlich am Ostseekai drehte und wir neben der AIDALuna festmachten. 90 Minuten blieben uns noch, um gemütlich zum Bahnhof zu spazieren, wo wir den ICE Richtung Süden bestiegen. Erneut verbachten wir den ganzen Tag im Zug, bis wir nach 21 Uhr wieder am Bodensee eintrafen. Mit Blick auf die schönen Tage, die wir auf der MS Artania mit dem freundlichen Phoenix Team verbracht haben, hat sich die weite Anreise aber auf jeden Fall gelohnt.

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Hier ein Video, das Klaus Rührmann erstellt hat:

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