Arrecife (Lanzarote, Spanien)

13. Februar 2009. An diesem Tag stand Lanzarote auf dem Programm, Wir legten bereits vor 8 Uhr in der Inselhauptstadt Arrecife an. Der Cruise Port liegt etwas außerhalb, für den Fußmarsch in die Innenstadt benötigt man wohl eine knappe Stunde. Und wir mussten dorthin, damals gab es noch keine Mietwagen-Basis direkt am Hafen. Wir lösten daher im Ausflugsbüro zwei Tickets a 5 Euro für den Shuttle, der uns in einer Viertelstunde nach Arrecife hinein brachte. Vom Busstop mussten wir noch eine Viertelstunde entlang der Hafenpromenade von Arrecife laufen, bis wir die Autovermietung cabreramedina erreichten. Wie auf Teneriffa hatten wir unseren Mietwagen im Internet vorbestellt.

Meerwassersee in Arrecife

Der Meerwassersee “El Charco” in Arrecife

Auch hier waren Schlüssel und Vertrag bereits vorbereitet, sodass wir innerhalb weniger Minuten auf dem Weg zum Auto waren. Dazu mussten wir dem cabreramedina-Mitarbeiter durch einige kleine Gassen folgen, bis wir schließlich vor dem Mietwagen standen. Wie ich eigentlich schon erwartet hatte, handelte es sich dabei nicht um das bestellte Opel Astra Cabrio, sondern wieder um einen Opel Zafira. In Zukunft werde ich bereits bei meinen Internet-Reservierungen anmerken, dass ich den Mietwagen nur akzeptiere, wenn es sich um die von mir bestellte Klasse handelt. Der Zafira war wohl das Vorjahresmodell des Wagens, den wir auf Teneriffa hatten. Dafür kostete er 5 Euro weniger und Benzin war auch inklusive. Tanken brauchten wir nicht, erklärte man uns, und wir könnten das Auto auch direkt am Hafen abgeben. Das war erfreulich, denn alle Informationen, die wir dazu hatten, besagten, dass es keine Hafenzustellung am Cruiseport gebe. Daher war ich davon ausgegangen, dass wir das Fahrzeug auch wieder in der Stadt abgeben müssen, was uns inklusive Sicherheitspuffer eine Stunde gekostet hätte. Wieder pappte ich mein Navi an die Windschutzscheibe. Auf Lanzarote braucht man nicht wirklich ein Navi, aber es bringt doch eine gewisse Sicherheit, wenn man die verbleibende Fahrzeit und Entfernung zu einem Ziel stets im Blick hat. Und los ging’s.

LZ-2 Lanzarote

Die gut ausgebaute LZ-2 Richtung Yaiza

Über die sehr gut ausgebaute LZ-2 fuhren wir in westlicher Richtung, vorbei an Tias und Uga, bis wir bei Yaiza nach rechts in die LZ-67 einbogen. Hier befindet sich der Eingang zum Timanfaya Nationalpark. Wir fuhren durch die mondähnliche Vulkanlandschaft, bis wir links die Dromedarstation sahen. Hier machten wir kurz Pause und beobachteten, wie die Dromedar-Karawanen mit ihrer Touristenlast von dannen zogen. Wir genossen lieber den Blick auf die Feuerberge mit ihren interessanten rot- und braunfärbungen.

Nach wenigen Minuten erreichten wir das Kassenhäuschen, wo wir 8 Euro Eintritt pro Person bezahlen mussten. Bis zum Parkplatz beim Besucherzentrum durften wir noch weiterfahren. Dort mussten wir den Mietwagen abstellen und in einen Bus umsteigen, der einen Rundkurs durch die Feuerberge fährt. Es war noch nicht viel los am Besucherzentrum, sodass wir gleich nach dem Aussteigen zu einem Bus gewunken wurden, der auch sofor losfuhr. Dummerweise waren wir die Letzten, die zustiegen. Ich wollte eigentlich rechts sitzen, da ich gelesen hatte, dass dies die interessantere Seite für die Tour war. Aber der Bus war bis auf unsere letzten beiden Plätze besetzt, freie Platzwahl Fehlanzeige. Wir mussten also links sitzen. Und nicht nur das, ein italienisches Ehepaar war auf die Superidee gekommen, sich auf zwei Sitzreihen zu verteilen, damit jeder der beiden einen Fensterplatz hatte. So mussten wir also hintereinander am Gang sitzen. Dennoch war die Bustour sehr interessant.

Mini-Video: Die Feuerberge im Timanfaya Park

Sehr langsam fuhr der Bus durch die einzigartige Vulkan- und Kraterlandschaft. Vom Band gab es Erklärungen in spanischer, italienischer, englischer und deutscher Sprache. Immer wieder hielt der Bus an, sodass wir wenigstens Aufstehen und uns zur rechten Fensterseite vorbeugen konnten, um durch das Fenster einige Fotos zu schießen. Nach unserer Rückkehr zum Besucherzentrum waren dieses und der Parklatz davor schon wesentlich voller. Mittlerweile waren auch die MSC-Busse eingetroffen. Vor dem Besucherzentrum wurde die vulkanische Aktivität demonstriert: Stroh und Äste wurden in ein Erdloch geworfen und brannten nach wenigen Sekunden. In die Erde waren Eisenrohre getrieben worden. Hier hinein schüttete ein Parkmitarbeiter einen Eimer Wasser. Innerhalb weniger Sekunden wurde daraus Dampf, der wie ein Geysir aus dem Rohr in die Höhe schoss.

Mini-Video: Die Erde kocht

Nachdem wir angemessen gestaunt hatten, besuchten wir noch den Souvenirshop und warfen einen Blick auf den Grill, auf dem – nur mit der Hitze aus dem Erdinneren – Fleischspeisen zubereitet werden, die man dann im Restaurant El Diablo bestellen und verzehren kann. Nach dem Besuch der Feuerberge setzten wir unsere Fahrt in nördliche Richtung über die LZ-67 fort. Im Dörfchen Mancha Blanca wechselten wir auf die LZ-46, fuhren wieder Richtung Süden, bis wir die LZ-30 erreichten, und von dort durch das Weinbaugebiet La Geria Richtung Teguise. Wir hielten noch einige Male an und bestaunten die Vulkanlandschaft mit ihren Lavafeldern und den Pflanzen, die sich trotz der widrigen Umstände ihren Lebensraum erobern.

Monumento al Campesino

Monumento al Campesino

An der Straßenkreuzung von Mozaga trafen wir auch das erste Mal auf Kunst von Cesar Manrique. Der Architekt, Bildhauer und Künstler hat an vielen Orten der Kanaren seine Spuren hinterlassen, besonders aber hier auf seiner Heimatinsel Lanzarote. Auch das El Diablo Restaurant in den Feuerbergen wurde von ihm entworfen. An der Kreuzung bei Mozaga steht sein ‚Monumento al Campesino‘ , das ‚Denkmal für den Landarbeiter‘. Zusammengeschweißt aus weiß lackierten Benzintanks von Fischerbooten stellt es einen Schäfer mit seinem Hund dar. In Teguise erreichten wir die LZ-10, auf der wir Richtung Norden fuhren. Die Landschaft war nun eine gänzlich andere, grüne Matten, übersät mit blühenden Pflanzen, erinnerten an das Voralpenland.

Wir setzten unsere Fahrt Richtung Haria fort, das bald auch schon vor uns unten im Tal lag. Über mehrere Serpentinen geht es nach unten. An der ersten Kehre machten wir halt und kehrten in einem Aussichtsrestaurant ein. Dieses Restaurant war wohl auf die Abfertigung von Bustouristen spezialisiert, worauf uns die großen Tafeln im Gastraum und der ebenso große Parkplatz schließen ließen. Busse waren aber keine da, und so waren wir bis auf ein weiteres Paar die einzigen Gäste. An der Selbstbedienungs-Theke fiel uns gleich der gut aussehende spanische Schinken auf. So bestellten wir einen Teller mit Schinken und Schafskäse, dazu gab es Weißbrot. Im angeschlossenen Souvenirshop erwarben wir verschiedene Tütchen mit Samen kanarischer Pflanzen. Mal sehen, ob es die Strelitzien, Stechpalmen und Drachenbäume in unseren Breiten schaffen. Gestärkt fuhren wir die Serpentinen hinunter nach Haria, in das ‚Tal der tausend Palmen‘. Von dort waren es nur noch ein paar wenige Kilometer bis zu unserem nördlichsten Ausflugsziel auf Lanzarote, dem „Mirador de Guinate“. Da man von hier aus eine genau so schöne Aussicht wie vom viel bekannteren „Mirador del Rio“ haben sollte, hatte ich einen Besuch dort nicht eingeplant. Und die Aussicht vom Mirador de Guinate, vor allem hinüber zur Insel Graciosa, war tatsächlich atemberaubend.

Mini-Video: Mirador de Guinate

Nachdem wir uns an der spektakulären Aussicht sattgesehen hatten, ging es zurück nach Haria, und von dort weiter an die Ostküste Lanzarotes. Da wir noch etwas Zeit hatten, statteten wir dem Stranddorf Arrieta noch einen Besuch ab. Wir stellten das Auto an der zentralen Hauptstraße des Ortes ab und machten einen kurzen Spaziergang ans Meer, wo wir auf einem Mäuerchen saßen und die wärmende Februarsonne genossen. Es war schon Nachmittag, sodass wir uns auf den Rückweg nach Arrecife machten. Oberhalb des Ortes hielten wir noch beim Taro de Tachiche an, dem ehemaligen Wohnhaus Cesar Manriques. Dieses einmalige, in fünf Lavablasen erbaute Anwesen kann man zum Eintrittspreis von 8 Euro besichtigen.

Von der Fundacion Cesar Manrique fuhren wir in wenigen Minuten zurück zum Schiff. Einige Meter hinter dem bewachten Hafeneingang fanden wir tatsächlich den Parkplatz und das Gebäude, in dem verschiedene Autovermietungen einen Schalter oder besser einen Tisch haben, darunter auch cabreramedina. Am Morgen war uns dieses Gebäude gar nicht aufgefallen. Möglicherweise wäre hier auch morgens eine Übernahme des Fahrzeugs möglich, leider hatte uns cabreramedina im Vorfeld unsere per email übermittelte Frage, ob eine Hafenzustellung möglich ist, gar nicht erst beantwortet. Es war aber schon eine Erleichterung, dass wir das Fahrzeug praktisch vor dem Schiff abgeben konnten.

MSC Fantasia in Arrecife, Lanzarote

MSC Fantasia in Arrecife, Lanzarote

Nachdem wir unsere Sachen in der Kabine abgeladen hatten, gingen wir an Deck, um von dort das Auslaufen aus dem Hafen von Arrecife zu beobachten. Das Schiff begann seine Fahrt Richtung Süden, um gleich nach dem Verlassen des Hafenbeckens in einer Linkskurve Kurs nach Norden zu nehmen. Es lagen nun 1 1/2 Seetage vor uns. Am Sonntagmorgen sollten wir in Malaga sein.

Unsere Route auf Lanzarote

Abendessen – Im L’Etoile

Wir wollten ja gerne einmal das Edelrestaurant L’Etoile ausprobieren. Wegen unserer frühen Essenzeit hatten wir entschieden, dass wir diesen Restaurantbesuch am Abend nach einem Landgang machen wollten. So mussten wir uns nach unserer Rückkehr nicht beeilen, um um 18 Uhr beim Essen zu sein. Den Abend nach dem Lanzarote-Ausflug fanden wir am geeignetsten, und so hatten wir bereits zwei Tage zuvor einen Tisch für 19:30 Uhr bestellt. Wir bekamen auch einen schönen Zweiertisch am Fenster, mit Blick auf die Poollandschaft „Lido Catalano“ am Heck der Fantasia. Blöderweise stand der Käsewagen direkt nebenan, sodass Katrin sich erst an die von diesem verströmten Düfte gewöhnen musste. Und leider war es schon so dunkel, dass wir vom Meer nichts mehr sahen. Viel war nicht los im L’Etoile, im Laufe des Abends wurden einige Tische entlang der Fensterfront besetzt, meist von Paaren, es blieben aber noch etliche Tische frei. Die Zuzahlrestaurants waren nach unserem Eindruck sowieso alle schlecht besucht (zumindest aus Sicht der Reederei). In der Cantina Toscana haben wir kaum jemanden essen sehen, meist tranken die Gäste nur ein Glas Rotwein oder auch Bier. Im Tex-Mex-Restaurant, an dem wir mehrmals täglich vorbeikamen, haben wir nie auch nur einen einzigen Gast gesehen. Offensichtlich ist die Meinung, die wir auch des Öfteren schon im Internet gelesen haben: „Ich zahle doch nicht zweimal für mein Essen“ weit verbreitet. Man muss aber schon sehen, dass man mit dem Ticket nur ein „durchschnittliches“ Essen bezahlt hat, und man mit einem Aufpreis die Qualität des Service und der Mahlzeiten verbessern kann. Die Preise im L’Etoile waren eindeutig eine ZUzahlung, ein Filet Mignon bekommt man in Europa nirgends mehr wie hier für unter 10 Euro. Zunächst bestellten wir uns Wasser und Rotwein. Wir entschieden uns für einen Bordeaux: Den „Baron Philippe de Rothschild 2005 Réserve Mouton Cadet Medoc“. Damit hatten wir uns nicht vergriffen, der Rotwein stellte sich als angenehmer Begleiter zu unserem Menu dar. Das Personal war sehr freundlich und bemüht. Zunächst kam ein Kellner mit der obligatorischen Brotschale. Man konnte aus verschiedenen Sorten Brot, Brötchen und Grissini wählen. Das Essen begann mit einem asiatisch angehauchten Gruß aus der Küche. Es gab eine Brühe mit Algen und Tofu. Naja. Katrin hatte als 1. Gang ein Krebs-Soufflé, ich bekam einen Tunfischtartar mit Gurkensalat und Rote-Beete-Chip. Damit hatte ich auch schon das Highlight des Abends. Sehr aromatisch, sehr lecker. Weiter ging es mit einer Zwiebelsuppe mit Käsecrouton. Ich hatte seit bestimmt 20 Jahren keine mehr gegessen, und nach dieser ist mir für die nächsten 20 Jahre der Appetit auf Zwiebelsuppe gleich wieder vergangen. Gut, ganz so schlimm war es nicht, aber die Suppe war einfach nur sehr sauer. Katrin dagegen war mit ihrem Steinpilz-Cappuccino ganz zufrieden. Als Hauptgang aß Katrin ein Rumpsteak mit (Zucchini, Möhren, und Kartoffelpüree. Ich hatte das Filet Mignon an Madeira-Trüffelsoße bestellt. Dieses wurde begleitet von Möhren, Bohnen, Champignons, und Kartoffeln: Mein „Well done“ Wunsch wurde allerdings wie häufig etwas zu ernst genommen, das Fleisch war schon sehr durch, will heißen etwas trocken. Zum Abschluss unseres Menüs wurde es aber noch einmal richtig lecker mit etwas Süßem: Wir bestellten eine Creme Brülee al Cafè, die optisch attraktiv unter einer goldenen Zuckerkuppel daherkam. Der abschließende Espresso wurde mit Gebäck und Konfekt serviert. Ein kleines Fazit: Es war ein angenehmer Abend, auch durch die dezente Klavierbegleitung, in viel entspannterer Atmosphäre als in den großen Restaurants des Schiffes. Das Personal war freundlich und bemüht, es gab auch gutes Essen, aber das L’Etoile ist beziehungsweise war kein „Gourmet“-Restaurant, wie es von der Reederei gepriesen wurde. Am Festland würde ich das Restaurant unter „gehobene Küche“ einordnen. Der Wunsch, wiederzukommen, ist bei uns nicht wirklich entstanden. Das L’Etoile gibt es schon lange nicht mehr als „Zuzahl-Restaurant“, es wird nun als exclusives Restaurant für die Yacht-Club-Gäste genutzt.

Network: Unsere Reise-Webseiten:


Network: Unsere Webradio-Fanseiten (siehe auch 1000Webradios.de):


Tags: Arrecife (Lanzarote, Spanien) Informationen, Arrecife (Lanzarote, Spanien) Erfahrungen, Arrecife (Lanzarote, Spanien) Reisebericht, Arrecife (Lanzarote, Spanien) Urlaubsbericht, Arrecife (Lanzarote, Spanien) Bewertungen, Arrecife (Lanzarote, Spanien) Tipp, Arrecife (Lanzarote, Spanien) Geheimtipp
>