Auf See

10. Februar 2009. Auch der vierte Tag unserer Kreuzfahrt war ein kompletter Seetag. Und auch wenn es erst der vierte Tag überhaupt war, den wir an Bord eines Kreuzfahrtschiffes verbrachten, konnten wir schon urteilen, dass uns Seetage gut gefallen. Andere Reisende klagten später in diversen Online-Reisebewertungen darüber, dass bei dieser Fahrt zu viele Seetage enthalten gewesen seien, wir fanden das Verhältnis ganz angenehm. Und schließlich gab es ja auf dem großen Schiff noch Einiges zu entdecken und auszuprobieren.
Zunächst gingen wir aber zum Frühstück ins immer sehr volle L’Africana-Buffetrestaurant. Aber wie jeden Tag bekamen wir einen schönen Platz in Fensternähe. Nach dem Frühstück bummelten wir etwas durch das Schiff und landeten schließlich auf der Piazza San Giorgio. Dort hatten alle Geschäfte geöffnet, daneben gab es noch Aktionsstände vor den Geschäften. Dort wurden Parfums, Schmuck, Handtaschen, Uhren und sogar digitale Videokameras angeboten. Zu einem Schnäppchenkauf konnten wir uns aber nicht durchringen.

Aperitif in der Le Vele Bar

Nachdem wir am Vortag wegen unserer Unpässlichkeit schon den Vortrag zu den Ausflugszielen Madeira, Teneriffa und Lanzarote verpasst hatten, wollte ich wenigstens dem heutigen Vortrag zu den beiden letzten Landausflügen Málaga und Rom lauschen. Wir gingen also ins Theater, wo der Redner Sandro Pistolese zunächst eine kurze Einführung auf der Bühne gab. Dann ging er auf die Empore zum Diaprojektor, um diesen zu bedienen und gleichzeitig die Bilder zu kommentieren. Er sprach gut verständliches Deutsch, allerdings manchmal recht wirr, das Bildmaterial war auch nicht gerade neuesten Datums, sodass uns der Vortrag eigentlich nichts gebracht hat. Selbst über das uns eigentlich unbekannte Málaga konnte Signore Pistolese mir nichts Neues erzählen, alle Infos hatte ich mir bereits „ersurft“. Die gute Meerluft – oder die sauerstoffarme Luft im Theater – sorgten jedenfalls dafür, dass wir richtig müde wurden und ständig gegen das Einschlafen ankämpfen mussten.

Le Vele Martini Bar

Le Vele Martini Bar

Wir hielten aber durch und genehmigten uns als Belohnung vor dem Mittagessen noch einen Aperitif in der grün-braunen Le Vele Bar, die wir ja bis dahin noch nicht besucht hatten. Mit Untertitel heißt die Le Vele Bar „Martini Bar“, es gibt eine extra Martini-Karte, auf die wir nach einigen Tagen noch einmal zurück kamen. Nun bestellten wir uns aber einen alkoholfreien Sanbitter für Katrin und einen Campari-Soda für mich. Die Bar hat mir gut gefallen, mit dem Wellendesign und den Kupferverkleidungen, auf die ein Muster gebürstet war, das wie die Lichtspiegelungen in leicht bewegtem Wasser aussah.

Mittagessen in La Cantina Toscana
Cantina Weinbar

La Cantina Toscana Weinbar

Lecker ging es weiter, denn wir hatten uns vorgenommen, mittags weder in das Buffet- noch in das Bedienrestaurant zu gehen, sondern einmal der Cantina Toskana einen Besuch abzustatten. Die war leer, wie alle anderen Zuzahlrestaurants meist ebenfalls. Ein Großteil der Passagiere verfuhr wohl nach dem Motto „ich zahle doch nicht zweimal fürs Essen“, wie ich es später in einer Reisebewertung lesen konnte. Nun denn. Wir jedenfalls bestellten bei der freundlichen Bedienung Svetlana zwei Gläser Rotwein, einen Rubesco von Lungarotti und einen Chianti Riserva. Dazu bestellten wir für 7,90 Euro eine Platte mit italienischem Käse und Aufschnitt für 7,90 Euro. Svetlana empfahl uns, zunächst nur eine Platte für uns beide zu bestellen, sie würde ausreichen, und so war es auch. Wie im Bild zu sehen gab es Parmesan, Pecorino, Gorgonzola, Schinken, Salami, Mortadella, und als Garnitur Trauben, Walnüsse, Konfitüre. Dazu ein Korb mit Brot. Da wir ja um 16 Uhr bereits wieder Kaffee und Kuchen oder Sandwiches bekommen könnten, wenn wir dann bereits wieder Appetit haben sollten, empfanden wir das Mittagessen als genau richtig.

Aufschnitt- und Käseplatte in der Cantina Weinbar

Aufschnitt- und Käseplatte in der Cantina Weinbar

Nach dem Mittagessen gingen wir hoch auf Deck 14, um an der Poolbar des „I Tropici“ noch einen Espresso zu trinken. Das Schwimmbecken war nun gesperrt, es war mit einem Netz überspannt worden. Das Wasser schwappte stark hin und her und wurde daher gerade abgelassen. Die MSC Fantasia rollte und stampfte nun deutlich mehr als im Mittelmeer. Sah man nach vorn zum Horizont, konnte man sehen, wie sich dieser im Verhältnis zur Kommandobrücke nach oben und unten bewegte.

Sliding Roof Pool

I Tropici überdachter Pool

Die Whirlpools waren aber noch in Betrieb, und wir entschieden, dass nun die Zeit gekommen war, diese auszuprobieren. Wir suchten also unsere Kabine auf, zogen unsere Badesachen und die Bademäntel an und gingen wieder in den Innenpoolbereich „I Tropici“. Dort setzten wir uns für ein paar Minuten in einen Whirlpool, der ausnahmsweise bis auf einige Kinder leer war. Das Wasser war sehr stark gechlort, sodass bereits nach wenigen Minuten meine Augen gereizt waren und wir den Whirlpool wieder verließen. Wir beschlossen, einen Whirlpool im Freien auszuprobieren und marschierten zum Schiffheck zum Lido Catalano.

Mini-Video: Gesperrter Pool bei Seegang

Dort fanden wir einen leeren Whirlpool, ließen uns in diesem nieder und genossen das anregende Bad für eine Weile ganz alleine. Später stieg noch ein älterer Herr zu, was vorteilhaft war, denn der kannte sich aus. Nach einigen Minuten stellte der Whirlpool nämlich seinen Dienst ein, und der Herr bedeutete uns, dass wir einen Knopf am Beckenrand drücken mussten, damit der Spaß erneut begann. Wir blieben länger als 20 Minuten sitzen, mit herrlichem Blick über das Schiffsheck auf das Meer. Es war ein schönes Gefühl, mitten auf dem Atlantik in einem warmen Whirlpool zu sitzen und auf Madeira zuzugleiten.

Whirlpool MSC Fantasia

Whirlpool am Heck (Lido Catalano)

An der Luft war es noch recht kühl, sodass wir nach unserem Whirlpool-Bad gleich die Kabine aufsuchten, und duschten. Während Katrin sich für das Abendeessen fein machte, machte ich noch einen kleinen Fotospaziergang auf dem Oberdeck. Dann war auch schon wieder Zeit fürs Abendessen.

Das Abendessen im Cerchio d’Oro

… stand diesmal unter dem Motto Piemont.
Als Vorspeise gab es für Katrin einen Salat mit Endivien, Spargel, Tomaten mit Citronelle-Soße, und für mich ein Vitello Tonnato.
Weiter ging es mit einer Gemüsebrühe mit feinen Nudeln beziehungsweise einer Hühnchencremesuppe Turiner Art.
Die Gnocchi mit Pilzsoße nahmen wir beide als Pasta-Gang.
Als Secondo nahm Katrin ein Forellenfilet in Butter gegart mit Mandelhaube, und ich bestellte Hähnchenbrust in Senfkruste.
Und als Dessert ließen wir uns dann noch Panna Cotta mit Waldbeeren schmecken.

Der weitere Abend gestaltete sich unspektakulär, aber angenehm: Wir schlugen nach dem nun schon zur Gewohnheit gewordenen Bummel durch Deck 6, das Atrium und Deck 7 wieder in der Manhattan Bar auf. Dort gab es für mich den Cocktail des Tages, heute einen Coco Loco, und für Katrin lediglich ein Mineralwasser.  Wir gingen früh zu Bett, schließlich wollten wir ja am nächsten Tag einen aufregenden, interessanten und daher vermutlich auch anstrengenden Landgang auf Madeira verbringen.

Network: Unsere Reise-Webseiten:


Network: Unsere Webradio-Fanseiten (siehe auch 1000Webradios.de):


Tags: Auf See Informationen, Auf See Erfahrungen, Auf See Reisebericht, Auf See Urlaubsbericht, Auf See Bewertungen, Auf See Tipp, Auf See Geheimtipp
>