Civitavecchia und Rom

17. Februar 2009. Der letzte Tag unserer schönen Schiffsreise! Und mit einem Besuch der Stadt Rom ein wahrhaft würdiger Abschluss. Auf dieses Reiseziel hatte sich Katrin am meisten gefreut, da sie die „Ewige Stadt“ schon einmal während ihrer Schulzeit besucht hatte und unbedingt wiederkommen wollte.

Sonnenaufgang über Italien

Sonnenaufgang über Italien

Um 6:45 Uhr stand ich auf dem Balkon und erlebte einen schönen Sonnenaufgang über dem Festland und der Hafenstadt Civitavecchia. Während die MSC Fantasia anlegte, nahmen wir unser Frühstück im L’Africana ein. Das war an diesem Morgen natürlich schon gut besucht, will heißen nahezu überfüllt, denn jeder wollte so schnell wie möglich frühstücken und dann von Bord. Das Ausschiffen funktionierte wie an allen Tagen absolut reibungslos. Zusammen mit anderen Reisenden hielten wir Ausschau nach dem kostenlosen Shuttlebus, der uns zum Hafenausgang bringen sollte. Wir liefen ein Stück nach links, ein Stück nach rechts, jede Menge Busse für die geführten Touren, aber kein Shuttlebus. Da ich keine Zeit verlieren wollte, machten wir uns kurzentschlossen zu Fuß auf den Weg Richtung Hafenausgang. Nach einhundert Metern kamen wir zum Hafengebäude, und hier stand dann auch ein älterer Bus, der als Shuttlebus gekennzeichnet war. Dieser brachte uns in wenigen Minuten zum Hafenausgang. Von dort marschierten wir schnurstracks zum Bahnhof. Wir waren wohl die ersten, denn die Schlange vor dem Fahrkartenschalter links im Bahnhofsgebäude war nur wenige Personen lang.Wir steuerten aber ohne zu zögern den Kiosk auf der rechten Seite an, denn wir wussten ja, dass man das so genannte BIRG-Ticket auch hier bekommen konnte. Auch hier war niemand vor uns, sodass wir nach einer Minute im Besitz der BIRG-Tickets waren, die zur Fahrt nach Rom und auch zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus oder Metro berechtigten. Wir vergaßen auch nicht, die Tickets am Automaten zu entwerten, bevor wir den Bahnsteig betraten. Um 8:40 Uhr kam der Nahverkehrszug, in dem wir glücklicherweise noch zwei Sitzplätze ergatterten. Nach bereits zwei weiteren Halten war der Pendlerzug brechend voll. Personen standen nicht nur in den Gängen, auch zwischen den Sitzbänken mussten noch Menschen stehen. Aber wir hatten ja unseren Sitzplatz und nach einer knappen Stunde wurden wir mit dem Erreichen des Bahnhof S. Pietro erlöst, nachdem wir uns mit Nachdruck unseren Weg zum Ausgang des Waggons gebahnt hatten.

Petersdom

Ein erster Gruß der Kuppel des Petersdoms

Unser Rombesuch begann mit der Besichtigung des Petersplatzes und Petersdoms, von da aus sollte es Richtung Kolosseum gehen, und von dort weiter zum Bahnhof Termini, wo wir am Nachmittag wieder den Nahverkehrszug nach Civitavecchia nehmen wollten.
Vom Bahnhof S.Pietro sind es nur wenige Gehminuten zum Vatikan. Durch die 15 Meter hohen Säulen der Kolonnaden betraten wir den Petersplatz. und konnten einen ersten Blick auf den imposanten Petersdom werfen. Leider war die trapezförmige Piazza Retta vor dem Eingang des Doms wegen einer Veranstaltung mit Podesten und Stuhlreihen verbaut, was etwas das Gesamtbild und die Fotografiermöglichkeiten beeinträchtigte. Wir folgten der Beschilderung Richtung Eingang und stellten uns am Ende der noch recht kurzen Warteschlange an. Wie bei einer Flugreise mussten wir eine Sicherheitsschleuse passieren und unser Handgepäck röntgen lassen. Anschließend betraten wir die Petrusbasilika. Zunächst bewunderten wir Michelangelos Pietà, und gingen dann in das Hauptschiff zur Bronzestatue des Petrus. Hiervor hatte sich schon eine Schlange mit meist japanischen Gläubigen gebildet, die alle den rechten Fuß der Statue berühren wollten, da dies Segen bringen soll. Dann betrachteten wir noch den Papstaltar und den Eingang zum Petrusgrab. Beeindruckt waren wir von der Größe der Kirche und dem Blick hinauf ins Innere der Kuppel. Schließlich verließen wir die Basilika St. Peter und fuhren mit dem Aufzug hinauf zur Dachterrasse. Von hier hatten wir einen schönen Blick auf die Vatikanischen Hügel, den Petersplatz und die Stadt Rom. Über einen weiteren Aufzug gelangten wir wieder hinunter in den Petersdom, den wir aber gleich verließen, denn es drängte uns weiter, über die Via della Conciliazione zur Engelsburg.

Von dort gingen wir weiter über die Engelsbrücke und durch enge Gässchen zur bekannten Piazza Navona. Dort betrachteten wir den Vierströmebrunnen Fontana dei Quattro Fiumi von Baumeister Bernini. Nur ein paar Schritte waren es von hier bis zum Pantheon, besterhaltenes römisches Bauwerk der Antike und Grabmal italienischer Könige. Beeindruckend die Kuppel mit ihrer kreisrunden Öffnung am Scheitelpunkt, durch die die Sonnenstrahlen hereinfielen. Nach der Besichtigung verweilten wir noch einige Minuten auf dem Vorplatz des Pantheon, der Piazza Rotonda, bevor wir unseren Weg Richtung Trevibrunnen fortsetzten.

Die nächste Station unseres Weges war die Piazza della Colonna mit der Säule des Marc Aurel. Hier überquerten wir die Via del Corso bogen in die Via dei Sabini ein, die uns zur Fontana di Trevi führen sollte. An der nächsten Straßenkreuzung fiel uns eine schöne italienische Bar mit dem treffenden Namen Bar Centralissima auf. Durch die Tür sahen wir die einladende große Kühltheke und darin Mengen von Panini, Tramezzini und Foccachie. Wir beschlossen, jetzt einen Café zu nehmen, und dann nach der Besichtigung des Trevibrunnen zurückzukehren und hier unseren Mittagsimbiss zu uns zu nehmen. Nach dem Espresso gingen wir noch die paar Schritte zur Piazza di Trevi mit dem Trevibrunnen.

Hier war ordentlich Betrieb, sodass wir nicht lange blieben. Ich versäumte aber nicht, eine Münze rückwärts über die Schulter in den Brunnen zu werfen, schließlich wollten wir ja noch einmal nach Rom zurückkehren (hat seither zwei weitere Male funktioniert). Dann die paar Schritte zurück in die Bar Centralissima. Es gab Panini und Tramezzini, dazu Bier, und zum Nachtisch einen großzügig eingeschenkten Ramazzotti. Und das Beste: Einen Barhocker, auf dem wir uns von der Lauferei des Vormittags erholen und neue Kraft für die Lauferei des Nachmittags schöpfen konnten.

Bar Centralissima

Bar Centralissima – eine italienische Bar nach unserem Geschmack.

Und schon ging es weiter zum Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II, dem italienischen Nationaldenkmal, auch Altare della Patria genannt. Angeblich hat man vom Dach des Monumento den besten Blick auf Rom. Das wollten wir ausprobieren und folgten daher den Wegweisern zum gläsernen Aufzug am der Seite des Gebäudes, der uns in ein paar Sekunden auf das Dach brachte.

Tatsächlich hat man von hier oben einen beeindruckenden Blick auf ganz Rom, über das Pantheon hinüber zur Basilika San Pietro, und nach Süden zum Kolosseum und Forum Romanum. Vorbei am schön gelegenen Cafe auf der Dachterrasse des Monumento stiegen wir über eine Treppe hinunter und verließen das Nationaldenkmal. Nur ein paar Meter waren zurückzulegen, bis wir auf dem von Michelangelo gestalteten Kapitolsplatz mit der Reiterstatue Mark Aurels standen. Nun wollten wir das Forum Romanum besuchen, von dem ich fälschlicherweise annahm, dass man es kostenlos besichtigen könne.

Mini-Video: Altare della Patria in Rom

Nachdem wir aber an dem Eingang, der dem Kapitol am nächsten gelegen war, feststellten, dass es sich hier gar nicht um einen Eingang, sondern nur einen Ausgang mit Drehkreuz handelte, wurde uns klar, dass Eintritt zu bezahlen war. Schilder wiesen uns darauf hin, dass der einzige Zugang von der Via dei Fori Imperiali möglich war. Hier fanden wir den Kassenschalter und die Preistafel. Da wir höchstens noch eine Stunde Zeit hatten, erschien uns der Eintrittspreis von 11 Euro pro Person aber als zu hoch, und so betrachteten wir den Saturntempel, die Triumphbögen und Säulen eben so gut es ging von außen.

Am Ende der Via dei Fori Imperiali trafen wir auf das schon von weitem sichtbare berühmteste antike Bauwerk Roms, das Kolosseum. Auch hier verzichteten wir wegen Zeitmangels auf eine Besichtigung des Inneren und umrundeten stattdessen gemütlich das Amphitheater und betrachteten es aus den verschiedenen Perspektiven. Dabei trafen wir auch auf den imposanten Konstantinbogen und gingen ein Stück über das antike Pflaster der alten Via Appia.

Mini-Video: Beim Colosseum in Rom

Es war nun kurz vor 15 Uhr, die Züge zurück nach Civitavecchia fuhren zwei mal pro Stunde, jeweils etwa um 20 nach und um 10 vor der vollen Stunde. Wir beschlossen, den Zug um 15:50 Uhr zu nehmen. Wir hatten also noch eine knappe Stunde Zeit, um zum Bahnhof Termini zu kommen. Ich wusste aber auch aufgrund meiner Internet-Recherchen, dass man alleine auf dem Bahnhof 15 bis 20 Minuten benötigte, bis man den Bahnsteig für die Regionalzüge nah Pisa erreichte. Also blieb netto noch etwa eine halbe Stunde Zeit übrig. Da wir ja unsere BIRG-Tickets hatten, mit denen man auch die Metro benutzen durfte, betraten wir kurzerhand die Metrostatio ‚Colosseo‘, stiegen in einen Zug der Linea B und fuhren in 4 Minuten zum Metro-Knotenpunkt Termini, dort wechselten wir in die Linea A und mit dieser drei Stationen bis zur Metrostation Piazza di Spagna.

Spanische Treppe

Spanische Treppe

Raus aus der U-Bahn, Spanische Treppe bewundern, fotografieren, zurück in die U-Bahn und zurück nach Termini. Um 15 Uhr 25 waren wir am Hauptbahnhof. Dort erblickte ich gleich die Cafebar. Es gibt nichts Besseres als eine Cafemaschine, die den ganzen Tag praktisch ohne Unterbrechung Cafe brühen muss, und so genehmigte ich mir noch einen überaus köstlichen Espresso, bevor wir uns auf den Fußmarsch zum Bahnsteig 28 machten. Der Bahnsteig war bereits voller Menschen, der Zug noch nicht da. Etwa 15 Minuten vor der geplanten Abfahrtszeit wurde er bereitgestellt. Wir waren am Bahnsteig ziemlich weit nach vorne gelaufen, und stiegen in den ersten oder zweiten Waggon ein. Hier nahmen wir zwei gegenüberliegende Fensterplätze ein. Es war gut, dass wir so zeitig im Zug waren, denn bis zur Abfahrt füllte sich der Waggon, bis jeder Sitzplatz belegt war.

Unsere Route in Rom


grüne Linie: Fußweg
schwarze Linie: Metro

Pünktlich auf die Minute verließen wir Rom. Bereits am nächsten Haltepunkt steigen noch so viele Menschen zu, dass auch alle Stehplätze belegt waren. Alleine zwischen unseren beiden gegenüberliegenden Sitzbänken standen vier Personen. Auch an der nächsten Station – Trastevere – war der Bahnsteig voller Menschen, die alle noch mit unserem bereits überfüllten Zug fahren wollten. Zentimeter um Zentimeter quetschten sich die Menschen in den Zug. Und weiter ging es zur nächsten Station, S. Pietro, wo wir am Morgen ausgestiegen waren. Auch hier war der Bahnsteig voller Menschen, augenscheinlich Kreuzfahrern, die wie wir zurück nach Civitavecchia wollten. Außer der MSC Fantasia mit einer Kapazität von 3900 Passagieren lag dort ja noch die ‚Norwegian Jade‘ mit weiteren 2400 Passagieren. Und ein großer Teil dieser Passagiere war mit dem Zug nach Rom gefahren und alle wollten beziehungsweise mussten nahezu gleichzeitig zurück. Wir gingen eigentlich davon aus, dass der Zugführer gar niemanden mehr in S. Pietro einsteigen lassen würde, aber unglaublicherweise lichteten sich die Reihen auf dem Bahnsteig doch, und immer mehr Menschen wurden im Zug untergebracht. Auch die armen Pendler in unserem Waggon quetschten sich noch enger aneinander. Aus den zwei Minuten Aufenthalt in San Pietro war nun eine dreiviertel Stunde geworden. Auch an den nächsten zwei Stationen standen noch etliche Menschen am Bahnsteig und wollten zusteigen, viele schüttelten ungläubig den Kopf, als Sie unseren Zug sahen, was darauf schließen lässt, dass die Pendler wenigstens nicht täglich mit diesen Zuständen zurechtkommen müssen. Nun ging aber gar nichts mehr und der Schaffner erklärte den Wartenden, dass sie den nächsten Zug nehmen sollten, der ja aufgrund unserer Verspätung schon kurz hinter uns sein musste. (Möglicherweise herrschten in diesem aber ähnliche Zustände?). Fast eine Stunde später als geplant erreichten wir schließlich Civitavecchia. Strammen Schrittes marschierten wir zum Hafeneingang, und wurden von dort mit dem Hafenbus zur MSC Fantasia gebracht. Um 18 Uhr 15 waren wir wieder auf dem Schiff, das uns nun schon richtig heimisch geworden war. Da wir ja die erste Tischzeit hatten, gingen wir nur kurz auf die Kabine, machten uns frisch und gingen dann gleich ins Cerchio d’Oro zu unserem letzten Abendessen an Bord.

Unsere Rom-Tour ab Civitavecchia


grüne Linie: Fußweg
braune Linie: Zug

Das letzte Abendessen im Cerchio d’Oro

Den regionalen Schwerpunkt des Abendessens bildete Sizilien.
An diesem Abend gingen Katrin und ich bei der Wahl der Speisen völlig konform. Als Vorspeise aßen wir Thunfisch-Carpaccio mit Caponnata. Dann gab es den Salat des Tages, Eisbergsalat und Radicchio mit Oliven, Sardellen, Tomaten, Paprika, und Mozzarella. Darauf folgte ein Risotto mit Salsiccia und Tomaten. Einen Hauptgang hatten wir erst gar nicht bestellt, da wir keinen großen Hunger hatten. Tatsächlich waren wir auch nach dem Risotto richtig satt. Das Nusseis als Dessert passte dann aber doch noch in eine Magenlücke.

Kellner

Unsere kompetenten und immer freundlichen Kellner

Nun war es Zeit für das Abschiedsfoto mit unserem Kellner I Gede Augustin Maryo und seinem Oberkellner I Gusti Puta Suena. Beide hatten uns jeden Abend kompetent, schnell und freundlich bedient. Unser Bordkonto war zwar schon mit der Standardbelastung für Trinkgelder in Höhe von 6 Euro pro Person und Tag, also 132 Euro insgesamt, belastet worden. Dennoch gab ich den beiden Kellnern noch einmal jeweils 20 Euro als Extra-Trinkgeld.

…und der letzte Abend an Bord

Nach dem Abendessen bummelten wir nochmals über das öffentlichen Deck 6, über die Piazza San Giorgio mit dem Duty Free Shop, dem Juwelier und der Boutique, das Main Foyer mit der Le Vele Bar, über die Svarowski-Treppen durch das Atrium hinauf zum Deck 7 mit dem Logo-Shop, der Parfümerie, den verschiedenen Bars und dem Photoshop. Hierhin mussten wir, um die bestellten DVDs abzuholen. Drei Stück zum Sonderpreis von 49,95 Euro: Eine DVD mit Filmen von der MSC Fantasia, vom Bau in der Werft in St. Nazaire über die Inneneinrichtung bis zur Taufe und einer Dokumentation der öffentlichen Räume. Leider fehlten auch hier Bilder vom Maschinenraum und der Brücke – die Sicherheitsbestimmungen halt. Eine weitere DVD enthielt Filme zu den verschiedenen Destinationen, die wir während unserer Reise besucht hatten. Die sind teilweise veraltet, die DVD kann man sich eigentlich schenken. Und schließlich gab es noch die so genannte „My Cruise“-DVD, die Material enthielt, das die Videographen während unserer Kreuzfahrt gedreht hatten. In erster Linie wurden hier in epischer Breite die verschiedenen Animationsspielchen gezeigt, die allabendlich in der L’Insolito Lounge stattgefunden hatten. Da wir die Animation nicht in Anspruch genommen hatten, waren wir auf der DVD auch nur ganz kurz vertreten: Zwei Sekunden beim Gala Dinner im Cerchio d’Oro. Aber immerhin. Da wir nun schon einmal im Fotoshop waren, suchten wir in der Galerie noch die Fotos, die von uns am Galaabend gemacht worden waren. Schließlich entdeckten wir sie, fanden uns nicht schlecht getroffen, und erstanden nach kurzem Überlegen noch drei eigentlich überteuerte Fotos (Sonderpreis: 29 Euro) zur Erinnerung an unsere erste Kreuzfahrt.
Es war Zeit, die Koffer zu packen. Also gingen wir auf unsere Kabine, sortierte aus, was wir noch für den nächsten Morgen benötigten, und packten alles Andere in die Koffer. Dann stellte ich diese vor die Kabinentüre, nach wenigen Minuten wurden sie bereits abgeholt.

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