Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa, Spanien)

12. Februar 2009. Der 6. Tag unserer Kreuzfahrt! Leider schon Halbzeit. Obwohl die Zeit gar nicht mal so schnell verging, bei all den Erlebnissen. Es kam uns vor, als wären wir schon zwei Wochen unterwegs. Die Nacht verlief recht ruhig, es klappte schon besser mit dem Schlafen. Offensichtlich gewöhnten wir uns an die Kabinengeräusche, die vor allem bei voller Fahrt auftraten. Näherte sich die MSC Fantasia einem Hafen und verringerte sich die Geschwindigkeit, glitt das Schiff ruhig und fast lautlos über das Wasser. Zumindest empfanden wir das hoch oben auf Deck 13 so.

Santa Cruz de Tenerife in der Morgendämmerung

Der Hafen von Santa Cruz in der Morgendämmerung

Die Kanareninsel Teneriffa erreichten wir noch bei Dunkelheit, in der Morgendämmerung begann das Anlegemanöver. Wir hatten es nicht eilig, und so ließen wir auch diesen Tag ruhig angehen. Nach ausgiebigem Frühstück im SB-Restaurant L’Africana packten wir unseren Rucksack. Fleecejacke, Kamera, Fernglas, Teneriffa Reiseführer aus dem Michael-Müller-Verlag, GPS-Datenlogger und Ersatzakkus mussten hinein, dazu holten wir uns beim Verlassen des Schiffs noch Wasser an der San Giorgio Bar. Nicht vergessen durfte ich mein Navi hp 314, mitsamt Windschutzscheibenhalterung.

Wir verließen das Schiff und bestiegen den kostenlosen Shuttlebus, der uns zum Hafenausgang brachte. Dort mussten wir durch ein Spalier von Taxifahrern gehen, die uns lautstark eine Inseltour verkaufen wollten. Wir steuerten aber geradewegs auf das Hafengebäude zu, das sich rechterhand des Hafentors befindet. Ich hatte bei cabreramedina über das Internet einen Wagen reserviert.

Mini-Video: Anlegen in Santa Cruz de Tenerife

Das Büro von cabreramedina beziehungsweise der Schwesterfirma cicar befand sich im ersten Stock des Hafengebäudes, auf der Galerie über der Haupthalle. Wenn man das Gebäude vom Hafen kommend betreten hat, befindet sich der Aufgang im Treppenhaus rechts. Wir lagen wohl gut in der Zeit, denn der cicar-Mitarbeiter lehnte am Geländer und hatte offensichtlich nichts zu tun.

Unser Mietwagen

Unser Mietwagen, unser Schiff

Ich legte meine Kreditkarte vor, der Vertrag war bereits vorbereitet. Nach wenigen Minuten waren wir auf dem Weg zum Mietwagen-Parkplatz. Wir fanden auch gleich unseren Wagen, einen Opel Zafira, auf den ersten Blick in sehr gutem Zustand. Der Tank war halb voll. Ich befestigte das Navi an der Windschutzscheibe und gab das Ziel ein: „Las Canadas del Teide“, den Nationalpark am Fuße des höchsten spanischen Berges.
Dank des Navis fanden wir schnell den Weg durch Santa Cruz de Tenerife auf die Autopista TF-5, die uns vorbei am Flughafen und an der ehemaligen Inselhauptstadt San Cristobal de la Laguna oder kurz „La Laguna“ in 20 Minuten an die Nordküste führte.

Blick über das Orotava-Tal

Blick über das Orotava-Tal

Nach weiteren 20 Minuten gemütlicher Fahrt verließen wir die Autobahn bereits wieder an der Ausfahrt „La Orotava“. Nun folgten wir der TF-21 kurvenreich durch den Ort Orotava. Dann ging es durch das weite Orotava-Tal, immer höher hinauf, vorbei an schönen Aussichtspunkten, bis wir nach einer Fahrzeit von gut eineinhalb Stunden das Besucherzentrum „El Portillo“ und damit den Eingang zum Nationalpark erreichten.

El Teide, Teneriffa

Die Ansichten des Teide wurden immer besser.

Wir waren nun auf einer Höhe von 2055 Metern über dem Meeresspiegel. Von hier aus war der Pico del Teide, schon gut zu sehen. Die Straße TF-21 führte quer durch den riesigen Krater, der den größten Berg Spaniens umgibt. Diese Caldera hat einen Durchmesser von 17 Kilometern und wird Las Cañadas del Teide genannt.

Seilbahn Teleférico del Teide

Wir folgten der Straße durch die Caldera, legten unterwegs bei einem Lavafeld einen Fotostop ein und erreichten schließlich die Station der Seilbahn Teleférico del Teide. Die höchste Luftseilbahn Spaniens führt von der Basisstation auf 2.356 Metern bis auf 3.555 Meter über N.N. Die Bergstation liegt allerdings nicht ganz auf dem Gipfel des Teide, sondern 150 Meter unterhalb. Ab hier muss man zu Fuß weitergehen, was aber nur mit einer besonderen Erlaubnis gestattet ist. Eine Fahrt hinauf hatte ich bei unserer Tourplanung eigentlich nicht mit einkalkuliert. Ich hatte nämlich schon ein paar Mal Warnungen gelesen, dass man als Kreuzfahrer besser nicht hinauffahren sollte, denn bei plötzlich aufkommendem Wind würde der Betrieb für ein paar Stunden eingestellt und man könnte dann das Schiff verpassen. Das Wetter war aber so herrlich, dass ich doch Lust bekam, hinaufzufahren.

Katrin wollte lieber unten bleiben und meinte, ich solle doch alleine fahren. Ich sah an den Kassenschalter, und nachdem dort niemand stand, löste ich kurz entschlossen für 25 Euro eine Fahrkarte. Dann ging ich weiter in den Warteraum, und hier gab es nun doch eine Warteschlange. Drei Fahrten musste ich abwarten, bis ich die Gondel betreten durfte. Die Seilbahn benötigt 8 Minuten Fahrzeit bis zum Gipfel, dazu kommen zwei Minuten Zeit für Ein- und Ausstieg. Ich musste also insgesamt 30 Minuten warten. Die Fahrt hinauf war ein Genuss. Die Gondel war zwar sehr voll, aber durch meinen Platz direkt an der „Frontscheibe“ hatte ich einen tollen Ausblick. Oben an der Endstation La Rambleta angekommen, erwartete mich ein ebenso schöner Blick hinunter in die Caldera, aber leider keinen Rundumblick, da der Gipfel ja noch hinter mir lag. Leider durfte man von hier aus nicht weiter den Berg hinauf. Es gab nur die recht eingeschränkte Möglichkeit, auf einer Plattform einige Meter nach links oder rechts zu gehen.

So hatte ich bereits nach 10 Minuten alles gesehen und fotografiert und begab mich wieder zur Bahn. Ich rechnete mit ähnlicher Wartezeit wie bei der Auffahrt – schließlich mussten ja alle Passagiere auch wieder runter – aber ich kam gleich mit der ersten Kabine mit. Nach einer guten Stunde war mein Seilbahnsolo beendet und wir fuhren weiter. Es war nun schon nach 14 Uhr und so langsam stellte sich Hunger ein. Wir beschlossen, beim Besucherzentrum, das sich etwa 3 Kilometer südlich der Seilbahnstation befindet, etwas zu essen. Erst besichtigten wir aber die gegenüber des Besucherzentrums gelegenen Roques de Garcia, ein Ensemble mehrerer Felsnadeln. Der markanteste Felsen heißt Roque Chinchado – Steinerner Baum.

Los Roques del Garcia und El Teide

Los Roques del Garcia und El Teide

Mini-Video: Los Roques de Garcia

Nach einer ausgiebigen Fotosession ergatterten wir einen Tisch auf der Terrasse des Paradors und genossen in der warmen Mittagssonne bei frühlingshaften 20 Grad unser Mittagessen. Im Selbstbedienungsrestaurant hatten wir uns eine Schale mit gemischtem Salat und zwei Baguettes mit Salami und Käse geholt. Zwei Pepsi gab es noch dazu, und schon waren wir 21 Euro los. Zum Abschluss gab es noch einen Espresso. Dann setzten wir unsere Fahrt in südlicher Richtung fort. Durch die Boca del Tauce verließen wir das Hochplateau und den Nationalpark und fuhren über die TF-21 sehr kurvenreich hinunter nach Vilaflor und nicht weniger kurvig weiter nach Granadilla de Abona.

TF-21 Richtung Boca del Tauce

Die schnurgerade TF-21 Richtung Boca del Tauce

Dort tankten wir für 15 Euro. Über die TF-64 erreichten wir bald die Küstenautobahn TF-1, die Autopista del Sur, die uns in einer guten Stunde zurück nach Santa Cruz brachte. Um 16:45 Uhr waren wir wieder an der Mietwagen-Station und gaben die Schlüssel ab. Gut, dass ich getankt hatte, denn als ich den Mitarbeiter von cicar darüber informierte, veranlasste er gleich eine Gutschrift von 20 Euro auf unser Kreditkartenkonto. 45 Euro hat uns der Wagen somit gekostet, zuzüglich Sprit. 187 Kilometer sind wir auf Teneriffa gefahren. Die folgende Google Karte zeigt unsere Route. Wir gingen zu Fuß zurück zur MSC Fantasia, und tranken erst einmal ein erfrischendes Bier im „Il Cappuccino“. Dann suchten wir unsere Kabine auf, es war bereits Zeit, sich für das Abendessen fertig zu machen.

MSC Fantasia im Hafen von Santa Cruz

MSC Fantasia im Hafen von Santa Cruz

Unsere Route auf Teneriffa

Das Abendessen am 6. Tag

Wohl damit die Ausflügler ihren Landgang bis zur letzten Minute nutzen konnten, lautete der Dresscode für das Abendessen zum ersten Mal „leger“.
Die italienische Region des Abends war Kalabrien.
Los ging es für uns beide mit einer Mousse von Ricotta und Basilikum mit Grillgemüse.
Bei den Suppen hatten wir unterschiedliche Interessen: Katrin bevorzugte die Perlgraupensuppe mit Gemüse, ich dagegen probierte die Fischsuppe.
Einig waren wir wieder beim Pastagang: Wir nahmen beide Orecchiette mit Cime di Rapa.
Als Secondo nahm Katrin dann ein Lachsfilet mit Gemüse, eines der Alternativgerichte, die täglich neben den Menügängen angeboten wurden, ich aß ein Fischfilet Marinara, dessen Soße aber nur aus Tomaten bestand, wo man aufgrund des Namens doch eher auch Krabben oder Muscheln erwartet hätte. Zum Abschluss des Abendessen gönnten wir uns noch ein Eis, dessen Geschmacksrichtung aber unidentifiziert blieb.

Nach dem Abendessen bummelten wir noch durch die Ladenzone und besuchten den Logoshop. Dort wurde ein Metall-Schiffsmodell der MSC Fantasia für 15 Euro angeboten. Ich hatte mir vorgenommen, so ein Modell zu kaufen, und nachdem nur noch drei Stück auf dem Tresen standen, schlug ich zu, damit ich nicht leer ausgehe. Meine Sorge war allerdings unbegründet, der Stapel wurde am nächsten Tag wieder aufgefüllt. Künstliche Verknappung des Angebots nennt man das wohl.

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