Barcelona

31. Januar 2012. Die erste Nacht an Bord schliefen wir unruhig. Katrin war es zu kühl im Bett, die typisch italienische Bettwäsche – eine in ein Laken eingeschlagene Wolldecke – reichte ihr nicht. Das hätten wir eigentlich bereits vorher wissen können. Wir nahmen uns vor, später den Kabinenstewart nach einer zweiten Wolldecke zu fragen. Zum Früstück gingen wir in das ‚L’Africana SB-Restaurant, wie unzählige Passagiere mit uns. So voll hatten wir dieses Restaurant noch selten erlebt. Wir fanden zunächst keinen Platz, erst nachdem wir zwei Runden durch das Restaurant gedreht hatten, saßen wir endlich. Nachdem wir unser Frühstück zusammengetragen hatten, die nächste unangenehme Überrschung: Getränke wurden nun nicht mehr serviert, es gab auch keine Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Heißgetränk wie einen Cappuccino zu bestellen. Kaffee und Tee musste man selbst an Automaten holen. Die Bar, an der man einen Cappuccino hätte kaufen können, war geschlossen, wie mich der hinter dem Tresen stehende Barman unfreundlich wissen ließ. Die mißmutig dreinblickenden ‚Kellner‘ hatten offensichtlich nur noch die Aufgabe, die Tische abzuräumen und zu säubern. Dieser Arbeit kamen sie allerdings auch nur sehr zögerlich nach. Später stelle sich übrigens heraus, dass wir durchaus etwas zu Trinken hätten bestellen können, wir waren nur mal wieder an das falsche Personal geraten. So nahmen wir unser erstes Frühstück an Bord ohne Getränke zu uns. Im Hinausgehen griff ich mir noch ein Brioche, das ich an der Bar im ‚I Tropici‘ verzehrte, zusammen mit einem leckeren Espresso. Wir waren nun schon spät dran, um 10 Uhr sollten wir uns ja im Wellness-Bereich zum ‘Beratungsgespräch’ einfinden. Diese Beratung war Bestandteil des Wellness-Pakets, das wir bei der Buchung mit erworben hatten. Neben verschiedenen Massagen für Katrin und mich beinhaltete es freien Zugang in die Thermalzone während der gesamten Kreuzfahrt, außerdem einen Begrüßungscocktail sowie eben diese ‘Beratung mit dem Doktor’, wie es im Prospekt hieß. Wir stellten uns vor, dass jemand unseren Hauttyp analysieren würde und die Massagen und Behandlungen darauf abstimmen würde, oder uns vielleicht Empfehlungen geben würde, was wir zusätzlich noch tun könnten, um an Bord fit zu bleiben oder zu werden. Wir fanden uns also pünktlich im Aurea-Spa ein. Der Doktor wartete schon auf uns. Er führte uns in ’seinen‘ Behandlungsraum. Es stellte sich schnell heraus, dass er nur ein paar Brocken Englisch sprach. Es fragte, was er für uns tun könne. Ich entgegnete, dass wir eigentlich der Auffassung seien, dass er uns das sagen müsse. Mir wurde schnell klar, dass dieser Doktor nur dazu da war, Spezialbehandlungen wie Anti-Zellulite- oder Botox-Anwendungen zu verkaufen. Ich zeigt ihm unser Terminkärtchen, auf dem die einzelnen Leistungen vermerkt waren, und wie ihn auf den Punkt „Beratungsgespräch mit dem Doktor“ hin. Er meinte dann, das von uns erworbene Massagepaket sei ausschließlich zur Entspannung gedacht, ohne jeglichen physiologischen oder medizinischen Nutzen, dafür brauche es keine Beratung. Die beworbene ‚Beratung‘ bezüglich des von uns gekauften Massagepakets war hier also absolut unbekannt, und vermutlich noch nie von einem Kunden eingefordert worden. Irgendwie hatte ich das genau so erwartet. Die Zeit hätten wir besser nutzen können! Und sie wurde knapp, denn Barcelona war bereits in Sicht, wie wir nach der Rückkehr in die Kabine feststellten. Wir beeilten uns mit dem Umziehen und gingen hinauf auf Deck 14, um von dort das Einlaufen zu beobachten.

Hafen mit Mittelturm der Hafenseilbahn, im Hintergrund der Torre Agbar.

Hafen mit World Trade Center und Mittelturm der Hafenseilbahn, im Hintergrund der Torre Agbar.

Vor dem Landgang gab es noch ein schnelles Mittagessen im ‚Red Velvet‘ Restaurant. Auf das Buffet-Restaurant hatten wir nach den Erfahrungen am Morgen keine Lust. Es gab Thunfischsalat, dann Orecchiette, für mich noch Eggs Benedict und Eis, und für Katrin etwas Obst. Alle Speisen schmeckten einwandfrei. Mittlerweile hatte die MSC Fantasia am Pier Adossat von Barcelona festgemacht. Wir packten unsere Utensilien in den Rucksack, verließen das Schiff und das Hafengebäude. Freundliches Personal versuchte uns zum teuren MSC-Shuttle zu leiten, wir aber hielten uns rechts und fuhren mit dem wesentlich günstigeren blauen Port-Bus bis zur Kolumbus-Säule von wo aus wir die weltberühmten Ramblas hinaufschlenderten.

Spannend verlief unsere Rückkehr auf die MSC Fantasia, denn wir waren Schmuggler! Das Mitbringen von Getränken ist ja verboten, dennoch kauften wir, wie viele Andere auch, ein Sixpack „Moritz“ Bier, noch in der Abfertigungshalle. Die Tipps, wo und wie man den Einkauf am besten versteckte, gab es gleich mit dazu. Da in Barcelona das Handgepäck noch im Terminal kontrolliert beziehungsweise durchleuchtet wird, und nicht wie in einigen anderen Häfen direkt im Schiff, waren hier die besten Voraussetzungen für unser Tun gegeben. Ein bißchen argwöhnischer als üblich wurden wir beim Betreten des Schiffes gemustert, meinte ich, der Schmuggel gelang aber! Zurück in der Kabine, standen wir noch ein paar Minuten auf dem Balkon, aber es wurde schnell frischer. Also machten wir es uns richtig gemütlich: Ich holte die beiden Balkonstühle nach innen und positionierte sie vor der Schiebetüre. Die mitgebrachten Chips und Erdnüsse wurden aus dem Koffer geholt, zwei Dosen eingeschmuggeltes „Moritz“ geöffnet, und so saßen wir gemütlich und warm, beobachteten das Auslaufen und den Sonnenuntergang hinter den Containerkränen des Industriehafens. Wir blieben sitzen, bis es Zeit zum Abendessen war, dösten immer wieder mal ein, es war, wie gesagt herrlich gemütlich.

Das Abendessen
Katrin Eberhard
Antipasto Antipasto Misto Antipasto Misto
Primo Penne ala Matriciana Penne ala Matriciana
Secondo Lachs mit Kartoffelkruste Saltimbocca ala Romana
Dessert Sorbet Kaffeetorte

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