Genua

30. Januar 2012. Dieses Mal sparten wir das Geld für die Übernachtung in Genua. Wir standen lieber früher auf und fuhren am frühen Morgen los. Um 6:40 Uhr verließen wir Konstanz und kamen nach fünfstündiger, störungsfreir Fahrt – durch eine schneebedeckte Po-Ebene und einen Apennin mit Schnee wie in den Hochalpen – um 11:45 Uhr im Kreuzfahrthafen von Genua an. Da dies bereits unsere dritte Kreuzfahrt von diesem Hafen war, kannten wir uns schon ganz gut aus und fanden problemlos unseren Weg zur Ponte Andrea Doria, wo die MSC Fantasia festgemacht hatte. Ich fuhr gleich mit dem Auto rückwärts an die Kofferabgabe und zeigte dem ‚Obergepäckträger‘ unsere selbst ausgedruckten Tickets. Wir hatten nur elektronische Tickets per eMail erhalten und mussten diese selbst ausdrucken, was ich etwas schade fand, da wir alle Kreuzfahrt-Erinnerungsstücke aufheben, und da gehören die Tickets nun einmal dazu. Der Obergepäckträger verschwand im Inneren des Gebäudes und kehrte kurz darauf mit unserem gedruckten ‚echten‘ Ticketheft zurück. Warum man uns die 6 Wochen vor Abfahrt nicht auf dem Postweg zusenden konnte, habe ich nicht verstanden. Jedenfalls staunte der Gepäckträger nicht schlecht, dass er die Gepäckanhänger aus dem Ticketheft gar nicht heraustrennen musste, da wir uns mittels Farbdrucker und Teppichklebeband selbst welche aus der pdf-Datei gebastelt hatten. Und die waren von den Original-MSC-Anhängern kaum zu unterscheiden.
Jedenfalls wurden unsere Koffer in Windeseile weggebracht, und auch unser Auto war nach wenigen Sekunden an den Parkservice der Garage Ponte Mille übergeben. Beim Checkin durften wir den Eingang für MSC-Club-Mitglieder benutzen, kamen sofort zu einem freien Mitarbeiter, legten unsere Pässe vor, registrierten die Kreditkarte zum Ausgleich des Bordkontos und erhielten nach ganz kurzer Wartezeit unsere Bordkarten. Wir hatten ja zuhause bereits den Web-Checkin durchgeführt, was den ganzen Vorgang beschleunigte.

Weiter ging es in die Wartehalle, wo MSC verschiedene Infostände zur Kinderbetreuung, zu Landausflügen, zu Wellness-Angeboten und zu den verschiedenen Getränkepaketen aufgestellt hatte. Ich zückte gleich mal meine Bordkarte und erstand ein Gutscheinheft für Mineralwasser und eines für Bier. Dann stellte ich fest, dass wir – anders als bei früheren Fahrten mit MSC – gar keine Einschiffungsnummer erhalten hatten. Gerade war eine Nummer zum Einschiffen aufgerufen worden. Wir gingen einfach an der Schlange vorbei und zeigten dem Offizier am Einlass unsere MSC-Clubkarten. Sofort wurden wir durchgewunken und nach dem Passieren der Sicherheitsschleuse und dem obligatorischen Einschiffungsfoto am Steuerrad waren wir nach wenigen Minuten auf ‚unserem Schiff‘.

Die nächste Neuerung: Während man früher von einem Besatzungsmitglied zur Kabine geleitet wurde, musste man sich nun seinen Weg selbst suchen. Was für uns natürlich kein Problem darstellte, beim dritten Aufenthalt in dieser Schiffsklasse. Die Kabine 11076 präsentierte sich sehr sauber. Unsere Koffer waren natürlich noch nicht da, so legten wir unser Handgepäck ab und marschierten gleich los in Richtung „L’Africana‘ Buffetrestaurant zum Mittagessen. Es gab Involtini (kleine italienische Rouladen), Paprika, und Kartoffeln, dann noch ein Stück Pizza und zum Dessert ein Glas mit Mousse au Chocolat.

Es war kurz vor 13:30 Uhr, dem Zeitpunkt, zu dem die Sprechstunde des Maitre d‘ auf Deck 5 begann. Wir gingen also dorthin, um nach einem Zweiertisch zu fragen. Es gab schon eine Warteschlange, die auf den ersten Blick länger aussah als sie tatsächlich war. Nach 10 Minuten Wartezeit wurden wir zum Tisch des Maitre d‘ vorgelassen. Dort saßen zwei Personen, der ältere Maitre d‘ und sein jüngerer Assistent. Diesen bat ich um einen Zweiertisch und – wider Erwarten sofort und anstandslos – wurde unsere Tischnummer im Computer und auf den Bordkarten geändert und wir hatten unseren Zweiertisch. Erfreut darüber, dass die Tischänderung dieses Mal so problemlos funktioniert hatte, setzten wir unseren Schiffsrundgang fort und suchten als Nächstes die Rezeption auf, um unsere MSC-Clubkarten registrieren zu lassen.

Weiter ging es in die Kabine, vor der bereits unsere Koffer standen. Wir begannen sofort mit Auspacken, nur kurz unterbrochen von ‚Elmer‘. Ein freundlicher junger Mann und unser Kabinensteward. Er wies uns darauf hin, dass wir bitteschön die im ‚Handbuch‘ bereits aufgeschlagene Seite mit den Sicherheitsrichtlinien durchlesen sollten, ‚because of Costa Concordia, you know‘. Wir versicherten ihm, dass wir alles berücksichtigen würden und dies überhaupt unsere 4. Kreuzfahrt sei, was ihn sichtlich beruhigte.
Nachdem alles eingeräumt war, suchten wir den Spa-Bereich auf Deck 14 auf. Dazu mussten wir nur ein paar Treppenstufen hinaufsteigen, das ‚Aurea-Spa‘ befand sich drei Decks genau über unserer Kabine.

Dort zeigten wir den ‚Voucher‘ aus den Reieunterlagen vor, aus dem hervorging, dassd wir das Wellness-Paket ‚Golden Jasmine for 2‘ gebucht hatten. Dieses beinhaltete ein Beratungsgespräch mit dem Aurea-Spa-Arzt (dazu später mehr), und für uns beide jeweils drei Anwendungen. Wir legten gleich alle Termine fest und erhielten unseren ‚Pass‘, der uns zum freien Eintritt in die ‚Thermalzone‘, also den Sauna und Dampfbadbereich , für die gesamte Kreuzfahrt berechtigte.
Nun war es auch schon Zeit, erneut die Kabine aufzusuchen, die Rettungswesten parat zu legen und auf das Signal für die Rettungsübung zu warten. Diese war nämlich für 16:30 angekündigt. Bei unserer ersten Reise auf der MSC Fantasia hatte sie noch am Vormittag nach der ersten Nacht stattgefunden, aber wegen des Unglücks der Costa Concordia hatte man als erste Änderung entschieden, die Rettungsübungen nun immer noch vor dem Auslaufen durchzuführen.

Nach der Rettungsübung gingen wir schnurstracks ins Afrikana Restaurant, aus dessen großen Fenstern am Heck des Schiffes man schön das Auslaufen beobachten konnte. Wir sassen gerade, da ging es auch schon los. Die Fahrt begann! Der Urlaub war endgültig da! Die Hügel von Genua und das Hafenbecken blieben immer weiter zurück, die Sonne ging über dem ligurischen Meer unter, und auch die letzten Möwen gaben bald auf und flogen zurück zum Festland. Wir freuten uns auf ein erstes Getränk an der Bar und gingen dazu in die ‚Le Vele‘-Bar, wo Katrin ein Glas Champagner und ich einen Caipirinha tranken.
Es wurde nicht langweilig, denn da wir auf die zweite Essenssitzung, die um 20:30 Uhr begann, gebucht waren, begann für uns jetzt bereits die Show im Theater. Unter dem Titel „Frankie forever“ erwartete uns eine nette Show mit Frank Sinatra-Titeln (That’s amore von Dean Martin war auch mit dabei).

Das erste Abendessen

Pünktlich suchten wir unser Restaurant Cerchio d’Oro auf und wurden an unseren Zweiertisch gebracht. Dieser befand sich, wie bei Zweiertischen oft üblich, als Lückenbüßer ganz am Ende des Restaurants, neben Anrichte-Station und Küchenzugang für die Kellner. Hier war es zwar etwas unruhig, dafür gab es ständig etwas zu sehen. Unser Kellner hieß Ortiz, ein netter Kerl aus Mexiko mit viel Gel in den Haaren. Und schon ging es mit dem Abendessen los. Das Thema war Kampanien.

Katrin Eberhard
Vorspeise Salat mit Paprika Miesmuscheln in Tomatensoße
Primo Nudelsuppe auf neapolitanische Art Nudelsuppe auf neapolitanische Art
Secondo Putenschnitzel mit Fontinakäse und Zucchini Kabeljau mit Brokkoli und Reis-Pilaw
Dessert Bisquittörtchen mit Lemoncellocreme Bisquittörtchen mit Lemoncellocreme

Es war ein langer Tag gewesen, also ging nicht mehr viel nach dem Abendessen, das ja auch erst kurz vor 22 Uhr beendet war. Am Tee-Automaten zapften wir noch Heißwasser, dann suchten wir unsere Kabine auf.
Ich schrieb noch ein wenig an diesen Zeilen, dann ging es ins nur mäßig schwankende Bett.

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