Kiel

8. September 2012. Es war eine kurze Nacht. Da wir uns ja ganz kurzfristig zu dieser Reise entschlossen hatten, mussten wir am Tag zuvor noch bis in den späten Nachmitttag hinein arbeiten, dann ging es nach Hause. Essen, packen und ab ins Bett. Um 4:30 Uhr war die Nacht zu Ende, um 5:30 Uhr stiegen wir in’s Taxi, um 5:51 fuhr der Regional-Express von Konstanz über den Schwarzwald nach Baden-Baden los. Dort mussten wir umsteigen. Um 8:37 sollte der bis Kiel durchgehende ICE einfahren. Was er auch tat, allerdings genau anders herum als im Wagenstandsanzeiger aufgeführt. Das bedeutete, dass Hunderte von Fahrgästen – und wir auch – in die falschen Wagen einsteigen mussten, und sich dann durch den Flur zu Ihren reservierten Plätzen durchkämpfen mussten. Das dauerte bei uns fast bis zur Ankunft in Frankfurt am Main. Denn der Zug war brechend voll. Wir hatten zwar reservierte Plätze. dass Reisende manchmal aber auch Koffer dabei haben, scheint der Bahn nicht wirklich bewusst zu sein. So standen viele Koffer im schmalen Gang, was dem Zugbegleiter überhaupt nicht gefiel. Er machte sich es einfach nach dem Motto „Die Koffer müssen da weg, wohin ist mir egal, sonst lasse ich den Zug räumen“. Schließlich schafften aber alle Kofferbesitzer, mit tatkräftiger Unterstützung einzelner Mitreisender, ihr Gepäck im Abteil zu verstauen.

Erst ab Hamburg wurde es leerer, ab Neumünster hatten wir dann nur noch einen Mitfahrer im Abteil. Immerhin kamen wir pünktlich kurz nach 15 Uhr in Kiel an. Zentral im Kopfbahnhof sah ich dann auch gleich MSC-Fahnen und ein Schild „Shuttle“. Mit dem wollten wir uns eigentlich zum Hafen bringen lassen. Die freundliche Mitarbeiterin erklärte mir aber, dass die Mitnahme des Gepäcks nicht erlaubt sei. Das hätten wir separat – für 3 Euro pro Gepäckstück, also 9 Euro in Summe – zum Schiff transportieren lassen müssen. Aber wozu haben unsere Koffer Rollen? Wir verliesen den Bahnhof Richtung Ostseekai, wandten uns nach links, und erreichten nach einer Viertel Stunde das Cruise Terminal, wo die imposante MSC Poesia auf uns wartete. Bei diesem Anblick fiel schon mal der ganze Anreisestress von uns ab und wir freuten uns darauf, an Bord zu gehen und das Schiff zu erkunden.

MSC Poesia in Kiel

MSC Poesia am Cruise Terminal Kiel

Das Einchecken verlief schnell und unproblematisch. Die meisten Passagiere waren schon an Bord, nur noch eine halbe Stunde bis zum Check-In Schluss. Wir konnten direkt durch die Kontrollen auf das Schiff gehen, wobei sich auf der gläsernen Gangway erneut ein schöner Blick auf die imposante Poesia auftat.

MSC Poesia

MSC Poesia

Nach dem Betreten des Schiffes befanden wir uns gleich im Atrium, in unmitelbarer Nähe der Rezeption. Dort reihte ich mich gleich in die Schlange der Wartenden ein, um nach einem Upgrade zu fragen. Schließlich hatten wir nur eine Außenkabine, die Behinderten-Kabine 8002, ergattert, und eine Balkonkabine hätten wir schon gerne genommen, als kostenloses Upgrade allemal. Daraus wurde aber nichts, die Rezeptionistin meinte, wir sollten am Abend des nächsten Tages noch einmal kommen und fragen, da es in Kopenhagen noch einen größeren Passagierwechsel gebe.

Also bezogen wir unsere gebuchte Kabine, die Handicap-Kabine 8002. Alles in allem war die Kabine gut behindertengerecht ausgestattet, sofern wir dies als Nicht-Behinderte überhaupt beurteilen konnten, aber viele Dinge, die wir gerne auf der Kabine haben, fehlten einfach. Die Einrichtung war eher spartanisch, der übliche Rauchglas-Tisch war nicht vorhanden, die Betten befanden sich an gegenüberliegenden Wänden, maximal weit entfernt, und konnten nicht verschoben werden. Eine erste Prüfung ergab, dass die Matratzen schon arg durchgelegen waren. Die Kabine verfügte über ein großes, rundes Fenster – man kann es gut von außen am Bug des Schiffes erkennen. Aber mir fehlte tatsächlich sofort der Balkon, und damit auch die Frischluft-Zufuhr.

Kabine 8002 auf der MSC Poesia


Noch mehr Gründe also, auf ein Upgrade zu hoffen. Unsere Koffer waren noch nicht geliefert worden, wir wollten sie aber sowieso erst auspacken, wenn wir wegen des Updates endgültig Bescheid erhalten hatten. Also machten wir uns auf zu einer ersten Schiffsbesichtigung, schlenderten oben über’s Deck, kehrten an der Poolbar ein, und warteten auf das Auslaufen, das wir dann ebenfalls vom Deck aus ansahen. Schön, wie das Schiff sich langsam in Bewegung setzte und durch die Kieler Förde Richtung Ostsee fuhr. Noch lange standen die Mitarbeiterinnen und Miratbeiter des Kieler Hafenteams am Kai und winkten uns nach. Schließlich war die Poesia die gesamte Sommersaison über hier beheimatet gewesen, und verließ ihr Revier nun, um über die Wintermonate im wärmeren Mittelmeer zu kreuzen.

Lange blieben wir an Deck, bis es schließlich 18:30 Uhr war. Zeit, den Maitre d‘ in seiner Sprechstunde aufzusuchen. Wir fragten nach einem Zweiertisch, den wir problemlos erhielten. Ein bißchen Zeit hatten wir noch bis zum Abendessen, also bestellten wir in der Poeti Bar einen „Spritz“. Ein Fehlgriff. Katrin und ich waren uns einig, dass wir noch nie so einen schlechten, dünnen, fast nur aus Mineralwasser bestehenden Spitz getrunken hatten. Wir mussten dringend ins Restaurant Le Fontane, um unsere Geschmacksnerven mit etwas Wein wieder zu normalisieren. Das Essen schmeckte prima. Es gab:
Tomate und Mozzarella für Katrin, Miesmuscheln in Kräutersud für mich, dann aßen wir beide einen Salat mit Frischkäse-Cracker und Paprika. Katrin hatte mächtig Hunger, nahm das Risotto mit Kirschtomaten, Rucola und Garnelen, und dann noch ein Putenschnitzel mit Fontinakäse und Zucchini. Für mich gab es Scheiben von der Milchkalbkeule. Dazu einen guten Rotwein namens „Le Sughere“, und natürlich Wasser. Auf das Dessert verzichteten wir dankend.
Nach dem langen Tag waren wir wirklich geschafft. Es zog uns nur noch in die Kabine, und ins Bett.

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