Auf See

17. März 2010. Dieser Mittwoch war der erste ‚richtige‘ Kreuzfahrt-Tag und gleich ein Seetag. Wir fuhren den ganzen Tag entlang des italienischen Stiefels südwärts, bis wir dann am Abend einen Bogen um die Stiefelspitze machten und einen östlichen Kurs Richtung Peloponnes einschlugen.
Zunächst aber gab es Frühstück, das wir im SB-Restaurant Bora-Bora beziehungsweise Pago-Pago einnahmen. (Beide Restaurants gehen ineinander über). Es unterschied sich überhaupt nicht von dem auf der MSC Fantasia. Über die Auswahl konnte man sich nicht beschweren.
Nach dem Frühstück gingen wir zurück in die Kabine und machten uns für den Besuch des Wellnessbereichs fertig, denn es stand die erste unserer drei gebuchten Massagen auf dem Programm.

Zugang zum L'Aurea Spa

Zugang zum L’Aurea Spa

Diese sorgte gleich einmal für ein entspannendes Urlaubs-Gefühl. Da wir ja zusammen mit unserem Massage-Paket auch einen „Free Pass“ für die Thermalzone bekommen hatten, blieben wir bis zum Mittagessen im Wellnessbereich, machten zwei Saunagänge und relaxten auf den Ruheliegen. Katrin las etwas und ich sah einfach hinaus, auf das Meer und die italienische Küste am Horizont. Gegen 12:30 Uhr packten wir zusammen, gingen zunächst in unsere Kabine und danach ins Restaurant La Reggia zum Mittagessen. Wie es der Brauch ist, wurden wir gefragt „Deutsch?“ um danach an einem „deutschen“ Tisch „aufgefüllt“ zu werden.

Mittagessen im ‚La Reggia‘

Das Mittagessen im „La Reggia“ erfolgte a la Carte.
Wir aßen:
Als Vorspeise: Salami-Aufschnitt an einem Salat von Kartoffeln, grünen Bohnen und Basilikum.
Danach einen Eisberg-Salat mit Fenchel- und Paprikastreifen.
Als Hauptgang nahm Katrin einen Krustentier-Fisch-Spieß vom Grill, und ich aß eine Scaloppina al Limone, also ein Kalbsschnitzel in Zitronensoße. Zu beiden Gerichten wurden Rosmarin-Kartoffeln serviert.
Zum Abschluß des Mittagessens nahm ich noch Käse als Dessert. Dieser wurde mit ein paar grünen Trauben, etwas Orangenmarmelade und Crackern serviert.

Stromboli

Die Vulkaninsel Stromboli gehört zu den liparischen Inseln.

Auf dem Sonnendeck gab es dann noch einen Espresso, und dann war es auch schon Zeit, dass wir uns ans Heck des Schiffes begaben, denn wir wollten uns die Vulkaninsel Stromboli ansehen. Laut Tagesprogramm sollten wir die Insel gegen 14:30 Uhr passieren, wir fuhren aber schon um 14 Uhr an ihr vorbei.Das Deck war schon gut gefüllt, so voll hatten wir es bei der Fantasiareise zu keinem Zeitpunkt erlebt. Alle Liegen waren besetzt, und auch an der Reling war kein Stehplatz mehr zu bekommen. So blieben wir einfach irgendwo stehen und blickten hinüber auf die Insel mit ihrem noch aktiven Vulkan. Weißer Rauch stieg aus seinem Krater auf, und wie um uns zu grüßen stieß er plötzlich auch eine grau-schwarze Rauchwolke aus.

Pilone di Torre Faro

Der ‚Pilone di Torre Faro‘ auf dem nordöstolichsten Zipfel Siziliens.

Nach nur knapp 1 1/2 Stunden , die wir auf einer Sonnenliege verbrachten, erwartete uns das nächste Schauspiel: die Passage durch die Straße von Messina. Die Splendida verlangsamte ihre Fahrt und nahm den Lotsen auf, der uns im wahrsten Wortsinn durch die schwierige Meerenge lotsen sollte. In einem zunächst großen, dann immer enger werdenden Kurve nach Steuerbord fuhren wir um nordöstliche Spitze Siziliens herum, auf der der „Pilone di Torre Faro“ steht, ein 232m hoher Mast, an dem bis in die 1990 Jahre eine Stromleitung hinüber zum italienischen Festland gespannt war. Langsam fuhren wir in die Straße von Messina ein und querten die Fährverbindung zwischen Messina auf Sizilien und Villa San Giovanni in Kalabrien.

Fähre in der Straße von Messina

Eine Fähre auf der Fahrt von Villa San Giovanni nach Messina

Ich dachte, nun wäre es wieder an der Zeit, Fahrt aufzunehmen, aber die MSC Splendida wurde immer langsamer, bis wir standen – mitten in der Straße von Messina. Das Lotsenboot fuhr davon, ich beobachtete ein wenig die Fähren, die hinter der Splendida die Meerenge überquerten, und weiter geschah nichts. Irgendwann gingen wir in die Kabine und genossen unseren Balkon, der nun schon schön von der Nachmittagssonne beschienen wurde. Von hier konnten wir auch beobachten, wie ein Boot der Küstenwache an der Splendida festmachte, und wie eine Person auf einer Bahre von Bord gebracht wurde. Auch eine Begleitperson und Gepäck wurden von Bord gebracht. Auch die Schiffsärztin ging mit von Bord.

Die Sonne versinkt hinter den Ausläufern des Ätna.

Die Sonne versinkt hinter den Ausläufern des Ätna.

Das Boot der Küstenwache brauste hinüber nach Messina, und kehrte nach einer halben Stunde mit der Ärztin zurück. Für zwei Passagiere war hier also unglücklicherweise die Kreuzfahrt schon zu Ende. Wir dagegen nahmen nun endlich wieder Fahrt auf. Entlang der Ostküste Siziliens fuhren wir weiter südlich und genossen erneut einen wunderbaren Sonnenuntergang. Glutrot versank die Sonne hinter den sanften Hängen des Ätna, und die MSC Splendida nahm nun Kurs Richtung Osten, Richtung Griechenland. Und für uns war es Zeit, sich fein zu machen, denn am Abend war der erste Galaabend der Reise.

Flanieren

Vor und nach dem Galadinner flaniert man durch das Schiff.

Nun lernten wir auch unsere Tischnachbarn kennen. Drei Ehepaare teilten mit uns den 8er-Tisch.
Dann widmeten wir uns dem Menü. Als Erste Vorspeise wählte Katrin einen Fenchel-Parmesan-Flan, ich bestellte ein Marlin-Carpaccio mit Gurkensalat. Als zweite Vorspeise gab es Salat, der allerdings nur mit Wasser und Öl angemacht schien; Essig und Salz Salz fehlten.
Als Primo aß Katrin ein Risotto mit Krabben, Tomate, und Rucola. Ich versuchte die (ebenfalls recht fade) Jakobsmuschel-Suppe.
Dann der Hauptgang: Eine Rindfleischscheibe mit grünem Pfeffer für Katrin, ein Barsch für mich. Als Beilagen gab es Spargel und Kartoffeln. Schließlich noch das Dessert: Katrin wählte ein Kiwi-Sorbet, und ich probierte den Schokoladen-Kuchen.

Vorstellung der Offiziere und des Kapitäns

Vorstellung der Offiziere und des Kapitäns

Da wir in der 2. Essenssitzung waren, dauerte unser Galamenü bis kurz vor 21:30, sodass wir uns schon beeilen mussten, ins „Strand Theatre“ zu gelangen, denn dort fand vor der Abendshow die Vorstellung des Kapitäns Mattia Manzi und seiner Offiziere statt. Es wurden die einzelnen Offiziere mit ihren Funktionen vorgestellt und höflich beklatscht, dann sprach Kapitän Manzi einige Worte auf italienisch, die anschließend ins Englische und Deutsche übersetzt wurden. Er wünschte allen eine schöne und erlebnisreiche Kreuzfahrt und meinte, mindestens bis Ägypten sei „optimales“ Wetter zu erwarten, danach müsse man weitersehen. Er sollte im Übrigen mit seiner Prognose recht behalten: bis auf den Tag in Messina hatten wir auf dieser Kreuzfahrt wirklich immer schönes Wetter.

Als MSC Club Mitglieder sollte uns ja auf unserer Kabine ein Obstkorb erwarten, was beim Beziehen der Kabine aber noch nicht der Fall war. Wir hatten erst einmal nicht reklamiert und wollten abwarten. Und als wir nun am Abend des ersten Kreuzfahrttages unsere Kabine aufsuchten, war der Obstkorb tatsächlich vorhanden. Ein Tagesprogramm lag auch schon auf dem Bett. Diesem entnahm ich, dass der morgige Aufenthalt in Katakolon nicht wie geplant von 9 bs 14 Uhr, sondern von 8 bis 17 Uhr dauern würde. Wir würden also viel mehr Zeit für unsere geplante Wanderung, einen Einkaufsbummel und eine Einkehr haben.
Wir gingen zu Bett, während das Schiff das Ionische Meer durchquerte. Nun, da wir weiter vom Festland entfernt waren, spürte man auch zum ersten Mal, dass man auf einem Schiff war. Nach der ersten, absolut ruhigen Nacht ein ungewohntes Gefühl. Doch trotz des Rollens und Schwankens konnte ich gut einschlafen.

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