Genua

16. März 2010. Kurz vor 8 Uhr wurde ich wach. Es war der erste Tag unserer Kreuzfahrt! Sogleich ging ich auf den Balkon, um nachzusehen, ob die MSC Splendida bereits angekommen war. Sie lag noch nicht an Ihrem Kai an der Ponte Andrea Doria. Ich fragte Katrin, ob Sie mit mir mitkommen wollte, um das Einlaufen des Schiffs zu beobachten. Sie wollte. Also zogen wir uns etwas über und verließen das Hotel Richtung Porto Antico. Bereits nach wenigen Minuten erblickten wir die MSC Splendida, wie sie langsam rückwärts einfuhr. Katrin machte auch noch zwei schöne „Vorher/Nachher“-Fotos. Das Bürohochhaus Matitone, zu deutsch Bleistift, mit und ohne MSC Splendida davor.

Gepäckabgabe

Wir schlenderten zurück zum Hotel, und gingen dann erst einmal in aller Ruhe frühstücken. Gegen 10 Uhr checkten wir aus und fuhren den knappen Kilometer zum Kreuzfahrt-Hafen. Vor dem Hafengebäude Ponte Andrea Doria erwartete uns bereits ein Mitarbeiter des Parkservices. Der fragte auf englisch, ob wir einen Parkplatz reserviert hätten. Ich bejahte, darauf meinte er, der Wagen würde im benachbarten Hafengebäude Ponte dei Mille im dortigen Parkhaus geparkt, und ich solle ihm mit dem Wagen folgen. Wir luden also zunächst die Koffer aus und übergaben sie den Gepäckträgern, dann folgten wir dem ‚Einparker‘, der mit seinem Auto vor uns fuhr, zur Garage Ponte dei Mille. Dort entrichteten wir die Parkgebühr in Höhe von 110 Euro, erhielten unsere Einstellquittung, und wurden dann von unserem Einparker zurück zum Schiff gebracht. Während der kurzen Fahrt fragte ich ihn, warum nicht wie im Vorjahr die Wagen direkt beim Hafengebäude von Fahrern übernommen und weggebracht würden. Er antwortete „We don’t move the cars anymore, too much problems“. Sie würden also nicht mehr mit den Autos der Kunden fahren, da es in der Vergangenheit Probleme gegeben habe. Dann erklärte er mir noch, dass ich nach unserer Rückkunft zu Fuß zum Parkhaus laufen müsse (etwa 5 Minuten Fußweg), um unser Auto wieder abzuholen. Schade, ich hätte es natürlich lieber gesehen, wenn wie bei unserer ersten Kreuzfahrt im Jahr zuvor der Wagen direkt vor dem Hafengebäude für uns bereitgestellt gewesen wäre. Kurzer Vorgriff auf das Ende der Geschichte: Nach unserer Rückkehr standen natürlich jede Menge Fahrzeuge direkt vor dem Hafengebäude zur Übernahme bereit. Wir waren also einem „Parkplatzschlepper“ aufgesessen, der im Gebiet der MSC-eigenen Parkierer „wilderte“. Vom kurzen Fußmarsch abgesehen hatten wir aber keine weiteren Nachteile. Ich habe gesehen, wie das Auto in der Garage eingestellt war, und war damit zufrieden. Auch der Tarif, den wir entrichteten, war genauso hoch wie der des Reederei-eigenen Parkdienstes. Ich ließ übrigens später über unser Reisebüro bei MSC Deutschland nachfragen, ob solche Vorgänge üblich seien, dort wußte man davon aber nichts.

Express Check In

Nun ging es zum Checkin. Ich hatte schon im Vorfeld auf der MSC Webseite den Express Checkin ausgefüllt, zusätzlich hatten wir unsere MSC Clubkarten dabei. Wir waren also doppelt für die „schnellere“ Abfertigung qualifiziert. Wir zeigten unsere Clubkarten der wartenden Hostess, die uns daraufhin einen dunkelblauen Einschiffungsaufkleber ohne Nummer auf die Brust klebte und uns an der Reihe der Wartenden vorbei direkt zu einem freien Checkin-Platz schickte. Dort wurden wir fotografiert und erhielten unsere Bordkarten. Da wir gerne einen Zweiertisch zum Essen haben wollten, fragte ich danach. Die Dame antwortete, sie glaube nicht, dass es auf der Splendida Zweiertische gebe. Ich sagte Ihr, dass ich durch Fotos wüsste, dass es definitiv solche Tische gäbe. Darauf meinte Sie, ich solle den Maitre d‘ auf dem Schiff fragen, ob er einen passenden Tisch für uns habe. Also gut, dachte ich mir, dasselbe Spiel wie letztes Jahr.

Neben dem Check-In war ein Tisch des MSC-Club aufgebaut. Hier konnte man sich registrieren, um die Club-Vorteile auf dem Schiff wahrnehmen zu können. Ich trug uns also in die Liste ein. Für Clubmitglieder gibt es Rabatte auf Ausflugsreisen, eine kostenlose Reinigung von bis zu 10 Kleidungsstücken, ein freies Abendessen im Tex-Mex-Restaurant, und weitere Vergünstigungen. Außerdem erhält man eine Einladung zum Kapitäns-Empfang mit „Repeaters Cocktail“. Leider hat die Liste, in die wir uns eingetragen hatten, das Schiff wohl nie erreicht. Als ich einige Tage später an der Rezeption nachfragte, war wir dort nicht als Clubmitglieder registriert und mussten die Prozedur noch einmal wiederholen. Ein paar Minuten sahen wir uns in der Wartehalle noch die Angebote der Ausflugsprogramme und Wellnesspakete an, und kauften dann gleich ein Getränkepaket, sprich ein Bündel Gutscheine, für Wasserflaschen.

Nach nur wenigen Minuten hieß es dann, die MSC Express Passagiere sollten sich zum Ausgang begeben, und nach dem zügigen Passieren der Passkontrolle und dem obligatorischen Foto betraten wir die MSC Splendida.

Kabine 11030

Kabine 11030 in weinrot

Unsere Kabine war in Ordnung, allerdings stellten wir gleich fest, dass sie nicht ganz so sauber war wie die Kabine im Vorjahr auf der MSC Fantasia. Ich ging davon aus, dass die Reinigung wegen des Gästewechsels etwas oberflächlicher ausgefallen war, und sich das Sauberkeits-Niveau an den nächsten Tagen erhöhen würde, diese Erwartung sollte aber nicht erfüllt werden. Unsere Koffer waren noch nicht eingetroffen, auszupacken gab es also noch nichts.  Auf dem Rauchglastisch vor dem Sofa lag bereits das Tagesprogramm bereit, dem wir entnehmen konnten, dass bereits um 16:15 Uhr, noch vor dem Ablegen des Schiffes, die Rettungsübung stattfinden würde.

Tagesprogramm

Das Tagesprogramm gibt an, dass wir 792 Seemeilen bis Katakolon zurücklegen werden.

Es war Mittagszeit, Appetit kam auf, und so machten wir uns auf den Weg zum Willkommens-Buffet in der Cafeteria „Bora Bora“ auf Deck 14. Dort aßen wir ein paar Kleinigkeiten. Nachdem wir uns gestärkt hatten, schlenderten wir hinauf zum Sonnendeck. Es war ein herrlicher Tag über Genua, wir fanden einen freien „Sonnenkorb“ und ließen uns dort erst einmal nieder. Dösten ein bißchen, dann machte ich ein paar Fotos und Mini-Videos. Schließlich ging es zurück zur Kabine, vor deren Tür zwischenzeitlich auch unsere Koffer abgestellt worden waren. So machten wir uns an’s Auspacken, bis der Aufruf zur Sicherheitsübung kam.

Rettungsübung

Rettungsübung: Auf geht’s zur Musterstation.

Wir legten unsere Schwimmwesten an und machten uns auf den Weg zu unserer Musterstation. Dort warteten wir, bis die wenigen Instruktionen, die über Lautsprecher kamen, vorbei waren, und auch die Bordfotografen wirklich jeden abgelichtet hatten.

Mini-Video: Sonnenkörbe auf Deck 18

Wir brachten die Schwimmwesten zurück in die Kabine und beeilten uns, auf das Heck der Splendida zu gelangen, um von dort das Auslaufen zu beobachten. Wir ergatterten auch noch einen schönen Platz, und es ging endlich los. Ganz langsam zunächst, dann schneller entfernten wir uns von der Kaimauer und strebten durch das Hafenbecken der Ausfahrt zu. Schade, eine Auslaufmusik wie bei unserer Fantasia-Kreuzfahrt gab es leider nicht. Wir blieben an Deck, bis die Hafenausfahrt weit hinter uns lag.

Mini-Video: Auslaufen in Genua

Nun hatten wir einiges zu erledigen. Bereits in der Einschiffungshalle hatten wir uns ja die verschiedenen Wellness-Angebote angesehen, und ein Angebot hatte uns angesprochen: 6 Massagen a 45 Minuten, also 3 für jeden von uns, zum Sonderpreis – nur heute! Und dazu, und das war für uns das besonders Interessante, gab es einen „Free Pass“ für den Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Ruheraum, den man damit so oft man wollte besuchen konnte. Der musste sonst stundenweise bezahlt werden, und mit einem Stundenpreis von 12 Euro recht teuer.
Wir suchten also den Wellnessbereich auf Deck 14 auf, erstanden das besagte Paket und machten auch gleich die sechs Massagetermine klar. Zu Beginn der Reise hatten wir noch die freie Auswahl. So legten wir die Termine auf Seetage oder zumindest halbe Seetage.

Auf Kurs

Das Navi auf dem Eee PC zeigt: Wir sind auf Kurs!

Weiter ging es zum Ausflugsbüro. Während der Einschiffung hatten wir uns überlegt, ob wir in Ägypten einen Ausflug mitmachen wollen. Eigentlich sind wir keine Fans der recht teuren organisierten Ausflüge. Alleine wollten wir aber in Ägypten nicht losziehen, also überlegten wir zunächst, ob wir den Tag nicht einfach in Ruhe an Bord verbringen wollten. Letztendlich entschieden wir uns aber doch für Pyramiden und Sphinx und dafür die insgesamt über 6stündige Busfahrt nach Kairo und zurück zu akzeptieren. Also buchten wir den Ausflug „ALE04“, mit Besuch der Pyramiden, des Sphinx, der Alabastermoschee und Mittagessen während einer Nil-„Kreuzfahrt“.

Sonnenuntergang

Schon am ersten Abend war klar, dass sich die Buchung der Balkonkabine gelohnt hatte.

Schließlich suchten wir noch den Maitre d‘ während seiner Sprechstunde auf, wie man es uns beim Checkin geraten hatte. Dort wollten wir fragen, ob wir im Villa Verde Restaurants abends einen Zweiertisch bekommen können. Sogleich erkannte ich, dass es sich um den arroganten Maitre d‘ handelte, den wir schon im Vorjahr auf der Fantasia kennen gelernt hatten. Und wie schon im Vorjahr vertröstete er uns auf den folgenden Tag. Wir sollten erst einmal den Abend an dem uns zugeteilten Tisch verbringen und ihn nach dem Abendessen wieder ansprechen, dann würde er sehen, ob er für uns einen Zweiertisch finden könne. Diese Vertrösterei gefiel mir gar nicht, und so beschlossen wir, an diesem Abend überhaupt nicht im Restaurant „Villa Verde“ zu essen, sondern gleich am ersten Abend das Zuzahl-Restaurant „L’Olivo“ aufzusuchen. Sollte es uns hier besonders gut schmecken, könnten wir dann im weiteren Verlauf der Kreuzfahrt dort auch noch ein zweites Mal speisen. Mit dem Aufzug fuhren wir hinauf auf Deck 15 und warfen einen Blick auf die Karte des L’Olivo. Es handelt sich hierbei um ein „Mediterranes Spezialitäten-Restaurant“, uind so wurden Speisen aus Ländern rund um das Mittelmeer angeboten. Wir stellten fest, dass wir auf der Karte bestimmt etwas Ansprechendes finden würden und gingen zurück in die Kabine, um uns für das Abendessen fein zu machen. Zunächst gab es aber noch einen wunderbaren Sonnenuntergang zu erleben.

Sonnenuuntergang

Ein wunderbarer Sonnenuntergang auf dem Weg nach Süden

Abendessen im Restaurant L’Olivo

Um 19 Uhr 30 betraten wir dann das L’Olivo, zum Erstaunen der recht gelangweilt wirkenden Kellner, die wohl nur selten am ersten Abend einer Kreuzfahrt Gäste begrüßen durften.
Das Menü begann mit einem Gruß aus der Küche: Es wurden drei verschiedene Sorten Oliven gereicht, dazu eine Mini-Portion Birne mit Käse. Daneben eine Auswahl verschiedener Brotsorten und Butter.
Als Ersten Gang wählte Katrin gratinierte Jakobsmuscheln, und ich probierte das Schwertfisch-Carpaccio.
Als Zweiten Gang gab es für uns beide Bocconcini (Rindsbäckchen) mit Bohnen und Kartoffeln.
Schließlich noch ein Dessert: Tiramisu.
Zum Essen tranken wir Wasser und ein Glas Rotwein, und zum Abschluß gab es noch einen Espresso mit etwas Gebäck.
Das Essen war ordentlich zubereitet, aber etwas zu sparsam gewürzt. Irgendwie fehlt der Pfiff. Daher kam es auch nicht zu einem weiteren Besuch im Verlauf unserer Reise.
Bis auf einen weiteren Tisch, der wohl mit Gästen aus dem Yacht-Club besetzt war, blieben wir an diesem Abend die einzigen Gäste.

Nach dem Abendessen gingen wir ins Villa Verde, um den Maitre d‘ zu sehen, der uns ja versprochen hatte, nach einem Zweiertisch zu suchen. Es war aber nur sein Stellvertreter anwesend. Auch ihn, nicht viel weniger arrogant, kannte ich bereits von der MSC Fantasia. Ich schilderte ihm unser Anliegen, er stierte in seinen Laptop, um dann festzustellen, dass es keinen freien Zweiertisch gebe. Er würde uns aber auf die Warteliste nehmen. Ich gab ihm unsere Namen, Tisch- und Kabinennummern in der Gewißheit, für den Rest der Reise nichts mehr von ihm zu hören. Das Ganze wurde uns jetzt zu blöd, und wir beschlossen, unsere weiteren Abendessen an dem uns beim Checkin zugeteilten Tisch einzunehmen, wo wir übrigens auch eine angenehme Tischgesellschaft vorfanden.
Randbemerkung: Direkt hinter meinem Rücken stand ein Zweiertisch, der die ganze weitere Kreuzfahrt täglich neu eingedeckt, aber ebenso täglich unbenutzt blieb…
Wir waren müde und suchten daher ohne weitere Einkehr unsere Kabine auf. Auf dem Bett lag bereits das Tagesprogramm für den morgigen Tag, und unsere Gutscheine für die Tour nach Kairo.

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