Heraklion

23. März 2010. Das Frühstück nahmen wir auch an diesem Tag im SB-Restaurant Boro-Bora ein. Von Tag zu Tag fiel uns mehr auf, dass die Servicekräfte hier wohl besonders üble Laune haben mussten – es gab nie einen freundlichen Blick oder gar ein Lächeln für den Gast. Gegen 9 Uhr verließen wir die MSC Splendida und betraten kretischen Boden. Einige Male waren wir schon auf dieser wunderschönen griechischen Insel. Von Heraklion hatten wir aber immer nur den Flughafen gesehen, von wo wir gleich in unser Ferienhotel transferiert wurden. Die Innenstadt von Heraklion hatten wir also noch nie besucht. Die MSC-Splendida war wohl zu groß für den Passagierhafen und legte daher am Containerterminal an. Einige Container hatte man so aufgestellt, dass sich eine Absperrung ergeben hatte. Beim benachbarten Flughafen hatte man sich zwei Flughafenbusse ausgeliehen, diese fuhren im Wechsel vom Schiff zum Hafengebäude. Von dessen Ausgang spazierten wir in einer Viertelstunde in die Altstadt von Heraklion.

Morosini-Brunnen

Morosini-Brunnen

Bald erreichten wir die Fußgängerzone, wandten uns nach links und stießen nach wenigen Metern auf den Titusplatz und die gleichnamige Kirche. Nachdem wir diese auch von innen besichtigt hatten, gingen wir nur wenige Schritte zum bekannten Morosini-Brunnen mit seinen vier wasserspeienden Löwen. Weiter ging es durch die enge Marktstraße (Odos 1866). Alles, was Kretas Boden hergibt, lässt sich hier entdecken: Gemüse, Obst, Kräuter, verschiedene Olivensorten, Weintrauben, aber auch Fleisch, Käse und die aus Salzteig gebackenen Hochzeitsbrote, daneben aber auch Lederwaren, Schmuck und Souvenirs. Ein paar Schritte weiter in südlicher Richtung erreichten wir den Verteidigungsring, und über eine Treppe stiegen wir hinauf auf den gut erhaltenen Wall. Mit schönen Ausblicken auf die Stadt und das Meer steuerten wir auf die Martinengo-Bastion zu, den südlichsten Punkt des sternförmigen Verteidigungsrings. Dort besichtigten wir das schlichte Grab des größten kretischen Dichters Nikos Kazantzakis. Sein „Alexis Sorbas“ wurde nicht zuletzt durch den Film mit Anthony Quinn und die Musik von Mikis Theodorakis weltberühmt.

Venezianischer Hafen

Venezianischer Hafen, ganz hinten die MSC Splendida

Durch typische kretische Gassen, mit weiß gekalkten Häusern, gelangten wir wieder in die Altstadt. In einem Olivenöl-Laden erstanden wir eine Liter von eben diesem, dazu nahmen wir noch ein großes Glas kretischen Bienenhonig mit. Durch die Markstraße schlenderten wir den gleichen Weg, den wir gekommen waren, wieder zurück Richtung Hafen. In einem Gewürzladen kauften wir noch kretische Kräuter, einmal für Gyros/Souflaki, und ein weiteres Tütchen mit Kräutern für Griechischen Bauernsalat. Einen Magneten für die Pinnwand nahmen wir auch noch mit. Wir hatten beschlossen, zukünftig in jedem Ort so einen Magneten zu kaufen. Entlang des venezianischen Hafens ging es zurück zum Schiff. Im Hafengebäude gab es auch noch einen kleinen Laden, hier kauften wir noch kretische Oliven und ein Gläschen Olivenpaste. Um 13 Uhr waren wir wieder auf der MSC Splendida.

Unser Spaziergang in Heraklion – Kreta


Die Sonne schien nun herrlich auf unseren Balkon! Also schnell ein Bier aus der Minibar geholt, die mitgebrachten Erdnüsse aus dem Koffer und raus auf den Balkon. Dort saßen wir in der Sonne, und beobachteten die im Sekundentakt ankommenden Busse mit den Ausflüglern, die am Besuch der archäologischen Stätten von Knossos oder an der Inselrundfahrt teilgenommen hatten. Besonders für letzteres war unser Aufenthalt aber sehr kurz bemessen. Daher waren auch um 13:30, an dem eigentlich „Alle an Bord“ sein sollten, noch längst nicht alle Busse zurück, selbst zur geplanten Abfahrtszeit um 14:00 waren offensichtlich noch nicht alle Passagiere an Bord. Um 14:10 Uhr wurde eine Kabinennummer durchgesagt mit der Aufforderung, die Passagiere sollten sich an der Rezeption melden. Konnten sie aber nicht, denn sie waren noch gar nicht an Bord. Erst um 14:15 Uhr raste ein Pick-Up an die letzte noch nicht eingezogene Gangway und die letzten zwei fehlenden Gäste stiegen ein. Gleich darauf legten wir ab.

Heimkehrer

Heimkehrer

Das alles konnten wir wie gesagt bestens von unserem Balkon beobachten, aber jetzt war es Zeit für das Mittagessen. Auf Buffet hatten wir heute keine Lust, also besuchten wir das Restaurant Villa Verde, wo auch mittags bedient wird. Katrin wählte als Vorspeise Salat, als Zwischengang Gnocchi mit Gorgonzola-Walnuss-Sauce und danach noch ‚Fish and Chips‘. Ich aß eine Fenchelcremesuppe, einen recht guten Reissalat (mit Thunfisch, Tomaten, Paprika und Mais), dnach ein Kalbsragout und als Nachtisch noch eine ‚Mousse au Chocolat‘.
Nach dem späten Mittagessen suchten wir die Thermalzone auf, genossen das Dampfbad und relaxten im Ruheraum, während wir hinaus auf das Meer und die Küstenlinie von Kreta blickten. Heute hatte es ein ‚Sonderangebot‘ gegeben, die Stunde Thermalzone für 12 Euro, daher war der Ruheraum bis auf den letzten Platz belegt. Nun kam noch eine Gruppe von etwa 10 Italienern herein. Als diese feststellten, dass es nicht einmal mehr einen Platz gab, wo sie Ihre Utensilien hätten ablegen können, beschwerten sie sich lauthals und verlangten nach dem Manager. Dieser erschien dann auch, was letztendlich herauskam, habe ich nicht mehr mitbekommen, da ich mich der Musik auf meinem Handy und dem Meer hinter der Glasscheibe widmete.

Die 'Wende'

Die ‚Wende‘

Später gingen wir zurück in die Kabine. Als Katrin meinte, draußen sei eine große Insel, an der wir entlang fuhren, kam mir das komisch vor. Entlang unserer geplanten Route lag doch auf dieser Schiffsseite gar keine Insel!. Ein Blick auf meinen Eee PC mit dem darauf laufenden GPS-Programm TTQV bestätigte dann meine Vermutung: Wir hatten gegen 17:30 Uhr gedreht und fuhren zurück Richtung Kreta. Da wollte ich nun doch Genaueres wissen und ging an die Rezeption, um zu fragen, weshab wir gedreht hatten. Dort sagte man mir nur, es habe alles seine Richtigkeit und es gäbe keinen Grund zur Sorge.
Es war schon fast dunkel, als wir die Gewässer vor der kretischen Stadt Chania erreichten. Ein Boot der Küstenwache erwaretete uns bereits und kam längsseits. Eine Person auf einer Bahre wurde von Bord gebracht und eine weitere Person, wohl der Schiffsarzt, stieg ebenfalls mit aus. Das Boot der Hellenic Coast Guard fuhr zurück nach Chania, die MSC Splendida lag ruhig auf dem Wasser und wartete, bis der Arzt zurückgebracht wurde. Kurz vor 20 Uhr nahmen wir wieder Fahrt auf. Nun hatten wir ordentlich Verspätung. Wir würden Malta wohl nicht wie geplant erreichen.

Am Abend erwartete uns das bereits Dritte Gala-Abendessen. Katrin hatte einen Krebsauflauf, dann mit Ricotta und Spinat gefüllte Ravioli, und schließlich Riesengarnelen. Für mich gab es Spargel und Roastbeef, einen Salat mit Zitrusfrüchten und Rindermedaillons. Dessert gab es heute abend keines zur Auswahl, es erwartete uns also die „Baked Alaska“ Eisparade. Geschmacklich war das Eisdessert in Ordnung, der Punkt für die Präsentation ging aber auch in diesem Fall an das Team der MSC-Fantasia (siehe das Video). Überhaupt konnten das Gala-Essen und das „Baked Alaska“ Dessert nichts daran ändern, dass die Beschwerden über das Essen am Tisch zunahmen. Es wurden auch Schiffsbekanntschaften zitiert, die Erfahrungen mit Mitbewerbern (Costa und AIDA) hatten, und die auch zum Schluß gekommen waren: „Die MSC Splendida: Ein Superschiff mit miserabler Küche“.
Um Mitternacht sollte das Buffet Magnifico stattfinden. Die Zeit bis dahin verbrachten wir damit, im Casino die „Einarmigen Banditen“ zu füttern. Sie machten ihrem Namen alle Ehre.

Buffet Magnifico

Eine Viertel Stunde vor Mitternacht gingen wir hoch ins Bora Bora Restaurant, wo man wohl nicht mehr bis 24 Uhr warten wollte, denn die Vorstellung der Küchenbrigade war bereits beendet und das Buffet wurde eröffnet. Trotz der „Schlacht am kalten Buffet“ konnte ich noch ein paar schöne Aufnahmen machen, gegessen haben wir nichts, wir waren noch platt vom Abendessen. Schließlich nahmen wir in der Bar L’Espresso auf Deck 7, im Atrium noch einen Absacker in Form eines Bieres. Die Uhren mussten auch eine Stunde zurückgestellt werden. Die gewonnene Stunde verbrachten wir nochmals im Casino, aber auch diesmal war uns das Glück nicht hold.
Zurück in der Kabine fanden wir auf unseren Betten das Tagesprogramm für den morgigen Tag. Wie ich schon vermutet hatte, hatte uns die Umkehr vor Kreta einige nicht aufholbare Zeit gekostet. Wir würden spät in La Valetta ankommen. Statt 13 bis 19 Uhr war die geplante Aufenthaltszeit jetzt von 15:30 bis 22 Uhr, und unsere 2. Sitzung des Abendessens war auf 22 Uhr angesetzt.

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